Donnerstag, 7. Oktober 2021

Tag 4: MSL-Klettern Tavignanotal

Trotz schmerzenden Fingern hatten wir am Vortag beschlossen, uns heute an eine Mehrseillänge zu wagen. Die erste hier auf Korsika, die wir machen wollten. Wir wussten, dass kräftiger Wind angesagt war, weshalb wir uns gegen Wandern entschieden hatten, da wir vor fünf Jahren schon einmal den Aufstieg auf den Monte d'Oro wegen kräftiger Winde abbrechen mussten. Da wir am Vortag beim Klettern auch nicht so dem Wind ausgesetzt waren, hofften wir, dass das am heutigen Tag auch der Fall sein wird!

In der Früh hatte ich noch ein wenig Startschwierigkeiten, nach dem Kaffee gings dann besser! Wir fuhren auf die andere Seite von Corte auf einen Parkplatz und packten unsere Kletterausrüstung zusammen.

Um 9:20 Uhr gings dann los ins Tavignanotal. Im Kletterführer stand der Zustieg mit 1h40min angeschrieben. Wie immer waren wir flotten Schrittes unterwegs und hofften auf eine Unterbietung der Zeit. Doch der Weg zog sich ewig dahin und auch den Zustieg suchten wir etwas länger. Wir liefen zu weit und mussten nochmals zurück. So unterboten wir die 1h40min nicht, sondern packten noch 10min drauf! Am Wandfuss angekommen blies bereits ein kräftiger Wind, nichtsdestotrotz machten wir uns kletterbereit.

Da es windig und nordseitig war, waren meine Finger ziemlich klamm. Die erste Seillänge bereitete mir darum (wie eigentlich immer) recht viel Mühe! Aber es wurde mit jeder Seillänge besser! Hinter uns waren noch die Deutschen, die am Vortag im selben Sektor wie wir waren - wie klein Korsika ja ist! Die Kletterei machte trotz Wind und klammen Fingern ziemlich Spass, die Routen waren wunderschön und alle im Bereich 6a - 6b. Nur eine Zwischenroute war eine 3+, das war dann meine Vorstiegsroute :-)

Am "Gipfel" windete es nicht mehr, sondern es stürmte! Trotz Walkie-Talkie konnten Harald und ich uns kaum verständigen. So war es ein kurzes "Gipfelvergnügen" und wir seilten zügig ab. Bei jedem Stand hofften wir, dass die Seile sich nirgends verhängen oder vom Wind irgendwo hingetrieben werden! Wir hatten Glück und nach 5x abseilen standen wir wieder am Wandfuss - 4h brauchten wir für die gesamte Kletterpartie.

Nach einem Biber (unsere Mägen verlangten nach etwas Essbarem) nahmen wir die 1.5h Abstieg in Angriff. Je näher wir nach Corte kamen, desto wärmer wurde es wieder, auch, weil der Wind abflachte. In Corte gings dann noch schnell einkaufen (wobei schnell relativ ist - an der Kassa in Frankreich haben immer alle die Ruhe weg) und dann fuhren wir nach Calacucchia. Glücklicherweise hatten wir einen LKW vor uns, der zügig um die Kurven bretterte und Harald einfach nur nachfahren brauchte, ohne gross auf Gegenverkehr zu achten! Nun sind wir auf dem Camping Acquaviva, unsere Mägen sind gefüllt und ich bin ready fürs Rummy - Harald wohl auch?

Manu

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