Die Nacht auf dem Camping verlief recht ruhig, nachdem diesmal die lärmenden Schweizer Ruhe gegeben und wir etliche Moskitos gekillt hatten!
Um 07:30 Uhr standen wir auf - immerhin war eine Mehrseillängenkletterei auf den Monte Gozzi geplant. Das Wetter war auch vielversprechend und so frühstückten wir zügig und machten unsere Rucksäcke ready. Da ging die Suche nach meinem Buff los - leider vergeblich. Den habe ich anscheinend am Vortag irgendwo im Abstieg verloren :-( So war meine Laune da schon etwas getrübt. Wir fuhren dann nach Afa, wo unser Zustieg zur Route starten sollte. Laut beiden Kletterführern gabs in einer Linkskurve eine Parkmöglichkeit. Die war auch schnell gefunden, ganz anders als die Holzleiter, die den Anfang markieren sollte. Harald glich sogar die Koordinaten unseres Standorts mit dem des Parkplatzes ab - auf den Meter genau! Wir suchten und suchten, vergeblich (wie schon in der Früh bei meinem Buff...). Als ich dann schliesslich eine Frau fragte, sagte diese, dass der Zustieg von hier schon lange gesperrt sei und wir zurück zur Hauptstrasse müssten, um dort rechts abzubiegen. Wohin genau wir mussten, konnte sie uns nicht sagen. Wir fuhren dann etwas entlang der Strasse zurück und Harald versuchte auf unterschiedlichen Portalen (Outdooractive, Openstreetmap,...) einen Pfad zu finden. Einen fanden wir auch, also wieder zurück, Auto geparkt und durchs Villenviertel eine Strasse hinauf. Schon rief uns ein Typ von einer Terrasse aus zu, dass wir da nicht durchkönnten, es sei gesperrt, den Zustieg gebe es schon länger nicht mehr. Wir wussten, dass es von einer anderen Ortschaft (Appietto) noch einen Zustieg gibt, aber der dauert erstens doppelt so lang und zweitens muss man sich erst einmal abseilen, damit man überhaupt zu der Wand kommt. Mittlerweile war es schon nach 11 Uhr und recht heiss. Wir wollten ja auch nicht erst um 13 Uhr in eine Mehrseillänge einsteigen!
Wir beide waren ziemlich genervt - jetzt musste ein Plan B her! Während wir noch tüftelten, hielt ein weiterer Korse an, um uns zu fragen, ob wir Hilfe bräuchten. Auch dieser sagte, dass der Zustieg seit längerem gesperrt sei. So sahen dann unsere Optionen aus:
Erste Möglichkeit war, von Appietto einfach auf den Monte Gozzi zu wandern, aber das verwarfen wir auch wieder. Zweite Möglichkeit, Richtung Vizzavonapass zu fahren, um dort zu klettern, aber im Landesinnern war das Wetter tendenziell schlechter. So freundeten wir uns mit Möglichkeit drei an - Nach Ajaccio fahren und dort eine Bikerunde zu drehen - immerhin hatten wir die Bikes dabei und bis anhin nicht gebraucht.
In Ajaccio war ziemlich viel Verkehr und um 11:45 Uhr standen wir beim heutigen Campingplatz in Barbicaja. Harald pumpte noch schnell die Reifen auf und sogleich konnten wir loslegen - die ersten 7 Kilometer gemütlich der Strasse entlang bis nach Parata, einer Halbinsel im Westen. Dort "wanderten" wir noch kurz zum stilllgelegten Leuchtturm hoch, ehe wir mit den Bikes dem 'Chemin de la Corniche' entlangfuhren. Teilweise war der Weg so erodiert bzw. lagen so viele grosse Steine rum, dass ich mein Bike schob, aber grösstenteils war der Weg auch für mich fahrbar! Den Plage de St.Antoine liessen wir links von uns liegen und fuhren auf der neu asphaltierten Strasse zurück Richtung Ajaccio. Mal gings hoch, mal gings runter. Zurück beim Camping hatten wir 30km und 600hm zurückgelegt.
Wir spazierten dann noch zum Strand hinunter. Beim ersten Badeversuch war uns der Untergrund zu undurchsichtig, darum spazierten wir noch etwas weiter. Dort klappte es dann mit dem Sprung ins Wasser. Wobei es bei mir eher ein sehr langsames Herantasten war... das Wasser war recht kalt und die Sonne versteckte sich teilweise hinter den Wolken! Aber sowohl Harald als auch ich schwammen ein paar Züge im Meer! Nach dem kurzen Strandaufenthalt gings zurück zum Camping - erst einmal duschen und aperöla. Nach drei Runden Rummy waren wir bereit fürs Abendessen. Wir spazierten zum Mexikaner und liessen dort den Abend gemütlich ausklingen. Nun hoffen wir, dass der morgige Tag wieder etwas mehr nach Plan verläuft!
Manu
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