Aber um 21 Uhr ging es dann zum Restaurant am Campingplatz. Eigentlich perfekte Essenszeit in Italien. Leider hatten sie an diesem Tag keine Pizza, also wählten wir spontan von der Karte, ohne zu wissen, was es war. Manu wurde zumindest noch erklärt, dass es was mit Steinpilzen sei. Mir wurde kurz nach dem Einstellen des Weins auch klar, was ich bestellt hatte. Ich bekam eine große Schüssel und ein Zitronentüchlein ...
Beide waren wir aber sehr zufrieden mit dem Essen. Manus Ravioli mit Steinpilzen und gegrillten Garnelen waren genial und meine Spaghetti mit Muscheln, kleinen Scampi und Mini-Oktopus mit viiiiiiel Knoblauch einfach himmlisch. Selten so gute Meeresfrüchte gehabt.
Gesättigt gingen wir zum Bus zurück und machten uns bettfertig. Um knapp 23 Uhr schlummerten wir dann weg, den Wecker auf 7:30 Uhr gestellt.
Am Morgen packten wir zusammen, demontierten die Bikes und den Fahrradträger und verstauten nach dem Frühstück alles im Bus, da wir auf der Fähre ohne Fahrradträger aufkreuzen mussten. Um 8:40 Uhr fuhren wir dann ab in Richtung Hafen, wo wir kurz vor 9 Uhr unser Ticket parat machten, als wir zum Schranken der Hafeneinfahrt fuhren.
Hassen Italiener Österreicher?
Schon als die Dame unser gelbes Corsica Ferries Ticket sah, sprudelte ein undefinierbarer Strom italienischer Wörter aus ihrem Mund. Unseren Gesichtern nach zu urteilen wechselte sie auf Englisch und fing mit einem "Oh, I am sorry" an. Sie erklärte uns dann, dass unsere Fähre schon zwei Stunden davor gefahren sei, wir aber nicht die einzigen seien, die zu spät gekommen seien. Noch eine andere Familie sei zu spät gekommen. Anscheinend hätte die Reederei keine Benachrichtigung geschickt, dass die Abfahrtszeit um zwei Stunden vorverlegt wurde.
Beide waren wir dann erstmal sprachlos und stinksauer zugleich, denn wir hätten ja auch um 7 am Hafen stehen können. Wir haben ja 10 Minuten entfernt geschlafen am Camping. Die Dame schickte uns dann zum Terminal von Corsica Ferries, wo auch das Ticket Office ist.
Wir fuhren also dorthin, beide etwas perplex und sauer zugleich. Am Terminal 62 angekommen fanden wir ein verschlossenes Büro vor, unbesetzt. Aber die Bludenzer Familie, welche um 1 Uhr morgens von daheim abfuhr, war noch dort.
Wir gingen zu ihnen und redeten mal mit ihnen, was sie so vor hatten. Sie hatten kurz davor noch wen im Büro angetroffen und konnten die Tickets auf Sonntag Nachmittag umbuchen, Ankunft dann abends um 19 Uhr in Bastia. Naja. Wir konnten nix mehr machen und fuhren also zum Eingang zurück zur sehr netten und freundlichen Dame, die uns dann half. Sie zückte ihr Telefon und rief für uns bei der Fährengesellschaft an. Auf italienisch konnte sie dort unseren Fall schildern.
Anscheinend erreichten ein paar Mails nicht die Kunden - komischerweise nur Österreicher, weswegen wir also alle zu spät am Hafen standen. Ich prüfte alle Mails. Nichts. Keine Spam Mails. Keine gelöschten. Nichts im Posteingang. Laut der Auskunft am 30. September geschickt. Na gut. Egal. Die Dame am Telefon wollte uns dann auch auf nächsten Tag buchen, wir hätten aber 70 Euro zahlen sollen, obwohl wir ja nichts dafür konnten. Die Dame vom Hafen sagte uns dann, wir sollen das nicht annehmen und auf eine gratis Umbuchung bestehen, schließlich hätten die anderen das beim Büro am Hafen auch so bekommen. Das musste aber abgeklärt werden, eine Stunde sollte das dauern.
Also stellten wir uns neben die Vorarlberger hin und redeten ein wenig. Sie fuhren dann ab, sie wollten etwas in der Gegend machen. Wir blieben noch eine Weile und kreuzten dann eine Stunde später am Eingang auf, wo unsere freundliche Dame wieder für uns telefonierte.
Nun erreichte sie eine ebenso einsichtige Person am anderen Ende, die uns gleich kostenlos umbuchte. Nachdem sie uns dann noch das Angebot machte mit der Nachtfähre von Savona zu fahren, willigten wir dort ein. Zwar mussten wir dann nochmals 200km nach Norden zurückfahren, verloren aber keinen zusätzlichen Ferientag, da wir um 6:30 Uhr in Bastia ankommen sollten.
Wir entschlossen uns dann also dafür und traten die Reise nach Norden an. Hätten wir also gleich einen Tag später daheim los können und direkt nach Savona fahren ... naja. Hätten ...
Ein schiefes Ding
Unser Weg zurück führte uns an Pisa vorbei. Da ich noch nie dort war und den Turm gesehen hatte, wir zudem bis 19 Uhr am Abend Zeit hatten, um nach Savona zu kommen, machten wir halt Sightseeing.
Wir fuhren ins Zentrum, parkten ganz "italienisch" am Straßenrand und schlenderten ins Stadtzentrum zum Turm. Dort wurden wir dann von unzähligen Touristen erschlagen. Von wegen Corona und weniger los. Pffff.
Naja. Ich bestaunte dann mal den Turm. Echt eine geniale Sache und mit der Kirche dahinter ein schönes Bauwerk. Faszinierend, dass das Ding noch steht, es neigt sich doch ganz schön zur Seite.
Dort in Zentrum genossen wir dann noch guten italienischen Kaffee und Paninis, lästerten etwas über lustig aussehende andere Touristen und die neuesten modischen Trends in Italien, bevor wir die restlichen Kilometer nach Savona abspulten.
Schwarze Lava unterhalb der Zitadelle
In Savona schauten wir uns dann die Zitadelle an. Ein massives Bollwerk, das vor der Stadt am Meer thront. Am Weg durch die Innenstadt gönnten wir uns ein Eis. Uns was für ein Eis!
Schwarze Lava genannt - gesalzene dunkle Schokolade. Für mich mit Pistazien-"irgendwas"-Eis und für Manu mit Aranchini-"irgendwas"-Eis. Sehr lecker.
Danach setzten wir den Weg zum Hafen fort, der etwas außerhalb von Savona liegt. Wir gingen noch einkaufen und flanierten dann am Strand entlang, bevor es zum Abendessen doch noch Pizza direkt am Meer gab. Eine sehr gute noch dazu! Um 19:15 Uhr wollten wir dann aufbrechen, um rechtzeitig am Hafen zu sein, doch momentan merkte Manu, dass sie ihre gute Stoffmaske nicht mehr hatte. Sie musste sie beim Spaziergang verloren haben, wohl als wir auf der Mauer am Strand hockten.
Sie lief also die ganze Promenade ab und suchte ihre Maske, während ich zum Auto ging. Treffpunkt war der Parkplatz am anderen Ende des Strandes. Ich stieg dann ins Auto ein, versorgte die Kletterführer und sah dann Manus Maske am Ganghebel hängen. Blöd ... also für sie. Entspannt fuhr ich zum anderen Parkplatz, wo Manu etwas außer Atem und mit leeren Händen aufkreuzte. Warum wohl? Gelacht hätte ich ja, wenn sie auch eine Maske gefunden hätte.
Um 19:30 Uhr standen wir dann am Hafen und auch unsere Fähre war noch dort. GESCHAFFT! Wir schifften dann ein und zogen uns dann sogleich auf unsere Kabine zurück, wo es für Manu eine eiskalte und für mich eine warme Dusche gab. Sie wollte ja nicht warten, bis warmes Wasser kam :-P
Gute Nacht
Harald

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