Zu unserem siebten Jahrestag sollte es eine spezielle Tour werden – 2100 Höhenmeter waren geplant! So klingelte der Wecker bereits um 7 Uhr und gut eine Stunde später waren unsere Rucksäcke gepackt und die Wanderschuhe und Wanderstöcke auf unsere Bikes geschnallt. Wir fuhren durch Kandersteg durch nach Eggeschwand, wo wir bereits unsere erste Pause einlegen mussten. Durch die Felsengalerie ins Gasteretal darf man immer nur von .45 -.05 hoch- und von .15 - .35 runterfahren. Gilt auch für Velos. Ich hatte zwar geplant, diesen 08:45 Uhr „Slot“ zu erwischen, dachte aber nicht, dass wir so schnell an diesem Punkt ankommen. So warteten wir mit einem E-Biker und mehreren Autos circa 15 Minuten, bis wir dann fahren durften. Nach der Felsengalerie öffnete sich das Gasteretal mehr und mehr und wir hatten wunderschöne Ausblicke auf die umliegenden Berge. Nach gut einer Stunde, 11km und 370 Höhenmeter erreichten wir den Weiler Selde(n), wo wir unsere Bikes abschlossen, unsere Sandalen gegen unsere Wanderschuhe tauschten, die Wanderstöcke nahmen und draufloswanderten. Erst ging es per Hängebrücke über die Kander zur Gfelalp. Je höher wir kamen, desto besser wurde die Aussicht in Richtung Kanderfirn.
Der Weg steilte immer
mehr auf, bis wir zu den wenigen Überbleibsel des Lötschengletschers gelangten.
Über den Gletscher, der an der Stelle mit Schutt überdeckt ist, wanderten wir
weiter und erreichten nach gut 2h10min den Lötschenpass und somit auch die
Lötschenpasshütte. Schon von hier aus hatten wir einen herrlichen Ausblick in
die Walliser Bergwelt! Aber nicht zu vergleichen zu dem, was noch folgte…. Bei
der Hütte legten wir eine kurze Pause ein, ehe wir den Anstieg auf das
Hockenhorn in Angriff nahmen. In einer Tourenbeschreibung hiess es, dies sei
einer der wenigen Wander-3000er der Berner Alpen, also genau richtig für eine
Tagestour. Wir waren auch nicht die einzigen, die am heutigen Tag diesen
wunderschönen Aussichtsgipfel erklommen. Je höher wir kamen, desto mehr Schnee
lag auf dem Weg, jedoch konnten wir den Spuren folgen und somit war der Aufstieg
für uns problemlos zu bewältigen. Nach weiteren 1h20min standen wir auf dem
Gipfeln und waren überwältigt von der grandiosen Rundsicht! Auf der einen Seite
die Berner Alpen mit dem Blüemlisalphorn, der Weissen Frau und dem Morgenhorn, weiter
im Osten das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau, sogar die Gipfel des
Finsteraarhorns und des Schreckhorns konnten wir ausmachen. Direkt gegenüber
von uns das Bietschhorn, dann in der Kette dahinter der Monte Leone. Weiter das
Fletschhorn, das Lagginhorn und das Weissmies, welche nun alle tiefverschneit
sind! Nadelhorn, Stecknadelhorn, Dom, Dufourspitze, Weisshorn, Zinalrothorn,
Matterhorn, ja sogar der Mont Blanc erstrahlte in seiner vollen Pracht. Wir
kamen aus dem Schauen und Staunen gar nicht mehr raus! Leider konnten wir nicht
ewig auf dem Gipfel sitzen bleiben, wir wollten den 17.15 Uhr Slot in der
Felsengalerie erwischen. Und 1700hm Abstieg warteten noch auf uns! Also packten
wir unsere Sachen und zurück ging es zur Lötschenpasshütte, wo wir uns nochmals
eine 15minütige Pause inklusive Apfelschorle und leckerem Blaubeer-Quarkkuchen
gönnten. Es war dann 15:10 Uhr, als wir zurück nach Selden wanderten, wo wir
kurz vor 17 Uhr ankamen. Die Oberschenkel schmerzen und wir waren glücklich,
dass wir nun wieder auf die Bikes steigen konnten. Die 11 Kilometer waren eine
Wohltat! In Kandersteg legten wir noch eine kurze Pause beim Beck ein, um uns
mit frischem Brot für den kommenden Tag zu versorgen und dann mussten wir noch
die letzten 40 Höhenmeter zum Campingplatz hochstrampeln. Eigentlich wollten
wir direkt beim Campingplatz im Restaurant Rendez-Vous zu Abend essen, jedoch
hatten sie ausgerechnet heute eine geschlossene Gesellschaft und somit für alle
anderen Gäste geschlossen. So beschlossen wir, nach Kandersteg zu spazieren. Da
wir bereits ziemlichen Hunger hatten, gingen wir ins erstbeste Restaurant,
welches einen Burger auf der Speisekarte hatte – in diesem Fall das Hotel und Restaurant
Adler. Die Bedienung war nicht besonders freundlich, der Burger nichts
Besonderes, das Bier überteuert. Aber wenn der Magen knurrt, gibt man sich noch
schnell einmal zufrieden! Immerhin konnten wir auf unsere riesige Tour und
unseren 7. Jahrestag anstossen!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen