Freitag, 4. September 2020

04.09. - Bike & Hike Gross Hockenhorn (3.293m)

Zu unserem siebten Jahrestag sollte es eine spezielle Tour werden – 2100 Höhenmeter waren geplant! So klingelte der Wecker bereits um 7 Uhr und gut eine Stunde später waren unsere Rucksäcke gepackt und die Wanderschuhe und Wanderstöcke auf unsere Bikes geschnallt. Wir fuhren durch Kandersteg durch nach Eggeschwand, wo wir bereits unsere erste Pause einlegen mussten. Durch die Felsengalerie ins Gasteretal darf man immer nur von .45 -.05 hoch- und von .15 - .35 runterfahren. Gilt auch für Velos. Ich hatte zwar geplant, diesen 08:45 Uhr „Slot“ zu erwischen, dachte aber nicht, dass wir so schnell an diesem Punkt ankommen. So warteten wir mit einem E-Biker und mehreren Autos circa 15 Minuten, bis wir dann fahren durften. Nach der Felsengalerie öffnete sich das Gasteretal mehr und mehr und wir hatten wunderschöne Ausblicke auf die umliegenden Berge. Nach gut einer Stunde, 11km und 370 Höhenmeter erreichten wir den Weiler Selde(n), wo wir unsere Bikes abschlossen, unsere Sandalen gegen unsere Wanderschuhe tauschten, die Wanderstöcke nahmen und draufloswanderten. Erst ging es per Hängebrücke über die Kander zur Gfelalp. Je höher wir kamen, desto besser wurde die Aussicht in Richtung Kanderfirn.

Der Weg steilte immer mehr auf, bis wir zu den wenigen Überbleibsel des Lötschengletschers gelangten. Über den Gletscher, der an der Stelle mit Schutt überdeckt ist, wanderten wir weiter und erreichten nach gut 2h10min den Lötschenpass und somit auch die Lötschenpasshütte. Schon von hier aus hatten wir einen herrlichen Ausblick in die Walliser Bergwelt! Aber nicht zu vergleichen zu dem, was noch folgte…. Bei der Hütte legten wir eine kurze Pause ein, ehe wir den Anstieg auf das Hockenhorn in Angriff nahmen. In einer Tourenbeschreibung hiess es, dies sei einer der wenigen Wander-3000er der Berner Alpen, also genau richtig für eine Tagestour. Wir waren auch nicht die einzigen, die am heutigen Tag diesen wunderschönen Aussichtsgipfel erklommen. Je höher wir kamen, desto mehr Schnee lag auf dem Weg, jedoch konnten wir den Spuren folgen und somit war der Aufstieg für uns problemlos zu bewältigen. Nach weiteren 1h20min standen wir auf dem Gipfeln und waren überwältigt von der grandiosen Rundsicht! Auf der einen Seite die Berner Alpen mit dem Blüemlisalphorn, der Weissen Frau und dem Morgenhorn, weiter im Osten das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau, sogar die Gipfel des Finsteraarhorns und des Schreckhorns konnten wir ausmachen. Direkt gegenüber von uns das Bietschhorn, dann in der Kette dahinter der Monte Leone. Weiter das Fletschhorn, das Lagginhorn und das Weissmies, welche nun alle tiefverschneit sind! Nadelhorn, Stecknadelhorn, Dom, Dufourspitze, Weisshorn, Zinalrothorn, Matterhorn, ja sogar der Mont Blanc erstrahlte in seiner vollen Pracht. Wir kamen aus dem Schauen und Staunen gar nicht mehr raus! Leider konnten wir nicht ewig auf dem Gipfel sitzen bleiben, wir wollten den 17.15 Uhr Slot in der Felsengalerie erwischen. Und 1700hm Abstieg warteten noch auf uns! Also packten wir unsere Sachen und zurück ging es zur Lötschenpasshütte, wo wir uns nochmals eine 15minütige Pause inklusive Apfelschorle und leckerem Blaubeer-Quarkkuchen gönnten. Es war dann 15:10 Uhr, als wir zurück nach Selden wanderten, wo wir kurz vor 17 Uhr ankamen. Die Oberschenkel schmerzen und wir waren glücklich, dass wir nun wieder auf die Bikes steigen konnten. Die 11 Kilometer waren eine Wohltat! In Kandersteg legten wir noch eine kurze Pause beim Beck ein, um uns mit frischem Brot für den kommenden Tag zu versorgen und dann mussten wir noch die letzten 40 Höhenmeter zum Campingplatz hochstrampeln. Eigentlich wollten wir direkt beim Campingplatz im Restaurant Rendez-Vous zu Abend essen, jedoch hatten sie ausgerechnet heute eine geschlossene Gesellschaft und somit für alle anderen Gäste geschlossen. So beschlossen wir, nach Kandersteg zu spazieren. Da wir bereits ziemlichen Hunger hatten, gingen wir ins erstbeste Restaurant, welches einen Burger auf der Speisekarte hatte – in diesem Fall das Hotel und Restaurant Adler. Die Bedienung war nicht besonders freundlich, der Burger nichts Besonderes, das Bier überteuert. Aber wenn der Magen knurrt, gibt man sich noch schnell einmal zufrieden! Immerhin konnten wir auf unsere riesige Tour und unseren 7. Jahrestag anstossen!

Im Gasteretal wars noch kalt am Morgen

Umstieg auf andere Bereifung: wir wandern los


Erste Blicke auf den Kanderfirn (Gletscher rechts) und das Doldenhorn

Der Wanderweg quert den von Schutt bedeckten Gletscher

Lötschenpasshütte zum Ersten: ich vor dem Bietschhorn

Ein wenig Schnee lag dann doch schon in den Nordflanken

Blick zurück auf das Balmhorn

Geschafft: am Gipfel des Hockenhorns ...

... und das Berner Oberland mit den 4000ern hinter uns

Der König des Wallis heisst es: das Bietschhorn


Aussicht ohne Ende: das ganze Wallis liegt vor einem. Ganz rechts der Mont Blanc


Blick zurück auf unser Tagesziel: das Hockenhorn links

Der Talboden kommt näher

Und am Rückweg ist es schon wieder schattig und kalt im Talboden

Die Schlucht und ihre Galerien


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