Nach der gestrigen Tour sollte es heute etwas gemütlicher werden! Ich hatte eine Rundtour im Ueschinental rausgesucht, welche aufs Tschingellochtighore (2734m) führen sollte. So klingelte der Wecker heute auch erst um 07:10 Uhr. Nach dem morgendlichen Ritual gings dann los. Heute mit leichten Schuhen und leichtem Gepäck! Zuerst ging es wieder nach Eggeschwand, wo wir noch ein paar Kühen beim Alpabzug zusehen durften. Dann kamen wir an die Kreuzung, an der sich die Strassen Richtung Gasteretal und Ueschinental trennen. Ganz gemütlich fuhren wir die 700 Höhenmeter ins Ueschinental. Zwar dürfen auch Autos auf der Strasse fahren, aber mit einer Maut von 12 CHF war recht wenig Verkehr. Das Ueschinental besteht hauptsächlich aus Viehwirtschaft, recht viele Kühe waren noch auf den fast abgegrasten Weiden unterwegs. Nach gut 1.5h erreichten wir eine Alp auf 1896m, wo wir unsere Bikes abschlossen und anschliessend zu Fuss weitergingen. Ohne Stress wanderten wir zum Schedelsgrätli, machten zwischendurch Pause und schauten uns mit dem Feldstecher die Aufstiegsspuren aufs Balmhorn, aufs Rinderhorn und auf den Altels an – inklusive Seilschaften. Auf dem Schedelsgrätli gings weiter unter dem Tschingellochtighore durch und wir erkannten, dass wir den Gipfel gar nicht besteigen werden. Da ich nicht einfach ohne Gipfel wieder ins Tal gehen wollte und der Tag noch jung war, suchte ich den nächsthöheren Gipfel in der Gegend und sagte zu Harald, dass ich da hinauf möchte. Wir folgten dem Wanderweg zum Chindbettipass und dort verliessen wir dann den markierten Weg und somit auch alle anderen Wanderer. Ganz weglos mussten wir uns allerdings nicht durch das Geröll hochkämpfen, es hatte Wegspuren und auch Steinmännchen markierten die beste Aufstiegsvariante. Der wenige Schnee, der noch lag, war kein Problem. Die letzten 20 Höhenmeter zum Gipfel mussten in leichter Kraxelei bewältigt werden und dann hatten wir das kleine Gipfelkreuz des 2894m hohen Tierhöri erreicht. Von dort könnte man wahrscheinlich am Grat entlang weiter zum Steghorn (3146m) kraxeln, aber uns fehlte die Zeit, die Kraft und das nötige Material. Ausserdem zogen dickere Wolken auf und wir wollten heute ja nur etwas Kleines machen. Also ging es wieder runter zum Chindbettipass, von dort weiter zum Tälliseewli (von dem nicht mehr viel übrig ist) und dann zurück zu unseren Bikes. Die Abfahrt nach Kandersteg war kurz und knackig, nicht mal 20 Minuten brauchten wir für die 10 Kilometer! Wir legen noch einen kurzen Stopp im Coop ein, um uns fürs Abendessen einzudecken und waren dann gegen 16 Uhr zurück beim Camping! Nach diesen 1850 Höhenmetern freuten wir uns auf eine heisse Dusche und ein kaltes Bierchen! Morgen werden wir Kandersteg verlassen und es ist ein wohlverdienter Pausentag geplant!
| Alpabzug in Kandersteg |
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