Dienstag, 8. September 2020

08.09. – Klettersteig Daubenhorn

Schon lange redeten wir davon, den Klettersteig aufs Daubenhorn in Leukerbad zu machen, doch bis zum heutigen Datum kam immer etwas dazwischen! Heute sollte es aber soweit sein! Auf der Homepage wird der Klettersteig als längster und atemberaubendster Steig der Schweiz angepriesen. Mit über 2000m Stahlkabel und 12 Stahlleitern ein echtes Erlebnis. Weiter steht, die Dauer des Steiges vom Gemmipass aus betrüge 8 Stunden. Vor vielen, vielen Jahren habe ich den Klettersteig bereits mit meiner Familie gemacht und ich wusste nur noch, dass wir eine halbe Ewigkeit darin verbracht hatten. Mit den Informationen aus dem Internet und meinem Vorwissen entschieden wir uns, zeitig aufzustehen. Wir wollten vor den ersten Klettersteiggehern sein, die die erste Bahn auf den Gemmipass um 08:00 Uhr nahmen. So klingelte der Wecker um 06:15 Uhr und eine Stunde später wanderten wir los – gut 600 Höhenmeter bis zum Einstieg des Steiges! Unsere Rechnung ging auf, wir waren circa eine Viertelstunde vor den ersten „Bähnlern“. Vor dem Einstieg mussten wir aber noch eine kurze Pause einlegen, da mein Profil der Schuhe voller Schafkacke war und es so für mich eine ziemliche Rutschpartie war! Harald war aber mein Retter in der Not und kratze den Dreck mit einem Stein aus. Anschliessend gings wieder viel besser!

Vor uns im Steig waren schon ein paar andere unterwegs, ein Paar liessen wir überholen, einige wenige konnten wir im Klettersteig überholen, unter anderem drei Jungs aus Deutschland, für die es der erste Klettersteig überhaupt war. Ihre Vorbereitung war es, Youtube-Videos über den Klettersteig zu schauen – haha! Alles in allem mussten wir aber nie warten und wir kamen zügig vorwärts. Die Aussicht war wirklich atemberaubend, je höher wir kamen, desto besser war die Aussicht auf die Walliser Alpen! Es war auch recht spassig, jedoch war der Seilkontakt (zumindest auf meiner Seite) deutlich höher als zum Beispiel beim Jägihorn, bei dem man viel mehr im Fels klettern konnte. Hier war alles sehr steil und ausgesetzt – da war mir der Griff zum Seil und den Hilfsmitteln teils doch lieber als irgendwo abzuschmieren! Gemütlich, aber doch zügig gings immer weiter nach oben. Leider zogen auch Nebelfetzen mit uns in die Höhe. Mehrere Leitern mussten erklettert (ich habe nicht gezählt, ob es wirklich 12 sind…) und eine kurze, wackelige Seilbrücke überschritten werden, bevor es in die Höhle ging. Mit der Sonnenbrille war es noch schwierig, etwas zu erkennen! Dann teilte sich der Weg, eine „easy“-Variante und eine „sehr schwierig“-Variante. Wir wählten die schwierige Variante, da wir noch genug Kraft hatten, uns an den Griffen über die fast überhängende Wand hochzuziehen. Es ging über zwei kurze Brücken und schon war die schwierige Stelle geschafft! Und immer weiter ging es nach oben, immerhin mussten gut 1000 Höhenmeter überwunden werden! Gegen Ende des Steiges gibt es die Möglichkeit, einen Abstecher über die Via Konst zu machen, was wir auch taten Es ging durch eine Höhle und anschliessend gabs Tiefblicke…aber nicht für mich, ich klammerte mich ans Seil und balancierte so schnell wie möglich über die Stahlstifte und weiter nach oben, bis es nicht mehr so luftig war! Danach nahmen wir die letzten 20 Minuten des Steigs in Angriff, geendet hat er mit einer sehr langen Leiter. Nach gut 4.5h Kletterzeit erreichten wir das Gipfelkreuz des 2941m hohen Daubenhorns! Wir genossen den Ausblick auf den Wildstrubel, und wenn die Nebelfetzen es zuliessen, auch den Ausblick auf die Walliser 4000er! Nach einer Stärkung machten wir uns an den Abstieg, über den kümmerlichen Rest des Daubenhorngletschers, dann runter bis auf den Lämmerenboden und anschliessend 2.5 Kilometer fast nur geradeaus bis zum Gemmipass. Da unsere Beine schon schwer waren und wir keine Lust auf 800 Höhenmeter runterlaufen hatten, nahmen wir um 15 Uhr die Bahn nach Leukerbad. Was für eine Wohltat! So waren wir endlich mal etwas früher zurück beim Camping, gingen noch einkaufen, gönnten uns eine heisse Dusche, schmiedeten Pläne für Mittwoch und genossen den Abend bis zum Schlafengehen!

Liebe Grüsse,
Manu

Morgenstimmung: das Daubenhorn ist in der Mitte. Oben ists schon warm, unten noch kalt.

Ganz speziell mit dem Mond :-)

Der Weg auf den Gemmipass verläuft spektakulär durch die Schlucht.

Endlich: 2060müM erreicht - Einstieg zum Klettersteig

Am Einstieg angelangt. Ab hier herrscht Helmtragepflicht. Masken müssen keine getragen werden.

Die ersten Meter im Steig. Das Panorama der Walliser 4000er begleitet uns fast den ganzen Tag.

Ein Traum: links die Gruppe mit Nadelhorn, Dom und Täschhorn. Rechts das markante Weisshorn.

Long way to go ...


Das Rinderhorn und Balmhorn

Da schlägt das halbe Herz einer Patriotin gleich höher.

Erster Rastplatz auf ca. 2345m erreicht. Das Panorama wird ergänzt um Zinalrothorn, Obergabelhorn, Matterhorn, ...

Die Mini-Seilbrücke. ca. 1000m unter Harald Leukerbad.

Durch die Höhle gehts weiter


von da unten kamen wir rein/rauf

Die E (K5) Schlüsselstelle im Steig

Geschafft. Höhle adé, Sonne jucheeeeee



Das Bietschhorn vom Lötschental zeigt sich auch noch mal.

Ausstieg bei der Via Konst Variante.


Die extrem ausgesetzte Stelle auf ca. 2800m. Leukerbad liegt hier direkt unter einem und ist auf 1400m.ü.M. ... 1400 Höhenmeter Luft unterm Arsch

Die letzten Meter zum Gipfel rechts hinten.

Und ab hier zeigt sich auch der Daubensee schön.

Die wohl längste Leiter im Steig kurz vor dem Gipfel.

Ziel erreicht :-)

Der Ausblick auf den Wildstrubel (links) und den Grossstrubel (rechts) mit dem Rest des Wildstrubelgletschers.

Auch die Walliser Alpen zeigen sich noch kurz.


Der Rest unseres Abstiegs führt durch diese karge Landschaft bis rechts vor ums Eck, wo die Gemmibahnen auf uns warten.


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