Nach einer eher unruhigen Nacht klingelte der Wecker heute erst um 07:30 Uhr. Wir liessen uns beim Frühstück viel Zeit und machten uns so erst gegen 9 Uhr auf den Weg – das heutige Ziel war das 3053m hohe Majinghorn, welches wir per Bike und Hike von Leukerbad aus bezwingen wollten. Zuerst ging es mit dem Bike ganz gemütlich ansteigend eine Asphaltstrasse hoch, am Restaurant Weidstübli vorbei, anschliessend wurde die Strasse zu einem guten Forstweg. Nach den ersten 300 Höhenmetern war es dann aber vorbei mit gemütlich – der Forstweg wurde immer steiniger und steiler. Grummelnd trat ich in die Pedale, um die mühsamen Wegstücke zurückzulegen, mein Puls auf gefühlt 180ig, schnaufend wie ein Walross. Irgendwann wurde es mir dann zu blöd und ich schob mein Bike für ein paar Meter den Berg hinauf, während Harald vor mir sich tapfer durchkämpfte. Dann wurde die Strasse aber endlich wieder ebener, weiter gings durch einen Tunnel und schon erreichten uns die ersten Sonnenstrahlen am heutigen Tag! Nach zwei Stunden erreichten wir die auf 2312m hochgelegene Rinderhütte, von wo aus wir noch einige Meter mit dem Bike weiterfuhren, dann aber aufs Wandern wechselten, da der Weg wieder recht unwegsam wurde. Erst führte uns unser Weg Richtung Torrenthorn, auf gut 2560m bogen wir in einen nicht markierten Weg ein, der durch einen steil abfallenden Hang führte. Links ging es mehrere hundert Meter runter, und obwohl der Weg ziemlich breit war, war mir mulmig zumute. Nach einer Weile wurde der Weg zu einem Pfad, auch hier in recht abschüssigem Gelände, Fehltritte verboten. Ich atmete auf, als wir endlich in der Hochebene unter dem Majinghorn angekommen waren. Weiter ging es auf den Gipfel zu, der Pfad war gut markiert mit Steinmännchen und häufig waren auch Spuren zu erkennen. Der letzte Kilometer zog sich in die Länge, die Oberschenkel schmerzten, die Motivation liess nach und der Hunger tat sein Übriges! Nach gut 1.5h erreichten wir das Majinghorn und genossen die herrliche Rundsicht. Ausser auf die Walliser Berge, die sich heute schon in der Früh in einer Wolkenschicht versteckten. Trotzdem genossen wir die Aussicht und auch unser Sandwich. Dann ging es weiter, erst überlegten wir uns, ob wir über den Schwarzen See und den Wyssen See absteigen sollten, jedoch war mir der Abstieg über die Schutthalde dann doch zu scary, vor allem mit unseren halbhohen Schuhen, mit denen ich eh schon immer aufpassen musste, dass ich im Blockgelände nicht abrutschte, keinen Fehltritt machte oder meine Knöchel anstiess. Und bei dem Abstieg hätten wir dann wieder etliche Kilometer an Strecke zurücklegen müssen, um den Schafberg und das Torrenthorn zu umrunden. Wir querten dann unter dem Majinggletscher (bzw. dem Rest, der noch übrig ist) und versuchten, auf den Grat des Torrenthorns zu steigen. Doch auch hier war mir die Rinne zu ausgesetzt, meine Konzentration bereits schwindend, meine Beine zu schwer, zudem zog Nebel auf. So entschieden wir uns, den Weg zurückzunehmen, den wir schon kannten, obwohl ich den auch nicht so toll fand. Umso erleichterter war ich, als wir dann endlich wieder bei unseren Bikes angekommen waren. Zurück ging es über die Torrentalp, erst wieder ein etwas mühsamer Forstweg, dann aber asphaltierte Strasse, auf der wir ruckzuck zurück in Leukerbad waren. Dort holten wir uns unser Abendessen und eine Flasche Wein. Gegen 16:30 Uhr waren wir zurück beim Camping, froh, die Füsse hochlagern zu können – waren es auch heute wieder über 1800 Höhenmeter. Nun ist es aber Zeit, unseren Körpern eine Pause zu gönnen. Diese Pause werden wir nutzen, um uns 700km in den Osten zu bewegen.
Donnerstag, 10. September 2020
10.09. – Bike and Hike Majinghorn (3053m)
Rinderhorn und Balmhorn
Vor dem Daubenhorn
Das Ziel in Sicht: das Majinghorn in der Mitte
Links die Reste des Majinggletschers
Aussicht ins Berner Oberland: alte Bekannte. Doldenhorn, Blüemlisalp, das Hockenhorn.
Blick zum Bietschhorn und ins Lötschental
Die "Emerald Lakes" vom Lötschental
In Summe gab es oben sehr viel Geröll, das überwunden werden wollte.
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