Sonntag, 13. Oktober 2024

13.10.2024 - Via Renjola Pass nach Gokyo

Um 04:10 Uhr riss mich der Wecker aus dem Traum, in dem ich fast von einem Bus überfahren worden wäre 🙈. Wir packten unsere sieben Sachen und waren um 04:30 Uhr beim Frühstück. Wie immer in den letzten Tagen gab es für mich Chapatti mit Honig und für Harald Porridge (heute mit Zimt). Pasang war noch nirgends, darum suchte Harald ihn. Seine Antwort war: "Oh, I'm a bit late." Um 5 Uhr waren Harald und ich, wie am Vortag ausgemacht, abmarschbereit. Pasang wuselte noch von hier nach da. Also marschierten wir ohne ihn los. Es war ziemlich kalt, Handschuhe, Stirnband und Daunenjacke waren meine Begleiter, und in der ersten halben Stunde auch noch die Stirnlampe. Als die Dämmerung einbrach, war Pasang wieder bei uns. Ich verstaute Stirnlampe und meine dicke Merino-Jacke im Rucksack und dann gings weiter, steil den Berg hinauf. 

Bald darauf erleuchteten die ersten Sonnenstrahlen die Berge hinter uns, den 6943m hohen Tengi Ragi Tau und den 6689m hohen Tsoboje. Wir machten einen kurzen Fotostopp und schon ging es weiter in Richtung Renjola-Pass. 

Je weiter wir hinaufkamen, desto anstrengender wurde es. Mein Rucksack drückte schwer auf meine Schultern und ich schleppte mich nur noch mühsam hinauf. Auf circa 5000m Höhe erreichten wir einen See und kamen nun doch noch in den Schnee. Die letzten 350 Höhenmeter waren nun noch zu bewältigen. Ich kroch auf dem Zahnfleisch dahin. Ich wusste, dass es streng werden würde, vor allem mit dem 10kg-Rucksack, aber dass ich so zu kämpfen hab, das dachte ich nicht. Mein Mantra (bzw. Selbstgespräch) für die letzten 200 Höhenmeter lautete: "Ich kann das - Ich schaff das." Immer und immer wieder sagte ich das vor mich hin, bis wir ENDLICH, nach 3h50min, den Pass auf knapp 5400m erreichten - und somit die grenzgeniale Aussicht geniessen konnten. Mount Everest, Lhotse, Makalu - um nur die 8000er zu nennen, welche wir bestaunen konnten. Und tief unter uns schimmerte blau der Gokyo-See. 

Wir liessen uns von der Sonne wärmen - bis zu diesem Zeitpunkt waren wir nur im Schatten unterwegs - und genossen die Aussicht. Den höchsten Punkt der Welt zu sehen, das ist schon etwas sehr Spezielles!

Nach 1h15min schulterten wir unsere Rucksäcke und nun ging es den Berg hinunter in Richtung Gokyo. Je tiefer wir kamen, desto stärker wurden meine Kopfschmerzen. Altbekanntes Leid! Harald stiefelte frischfröhlich vor mir her, während ich stolpernd und rutschend versuchte, einigermassen Schritt zu halten. Immer mal wieder legten wir eine kurze Pause ein, in der ich verschnaufen konnte. Nach etwas mehr als zwei Stunden erreichten wir das 4750m hoch gelegene Gokyo.  

Wir checkten in einer riesigen Lodge ein und haben hier ein grosszügiges Zimmer inklusive richtigem (!) Klo und Dusche, wobei diese unbrauchbar ist 🙈. Das Gebäude ist auch etwas kriminell, ziemlich windschief. Hauptsache, unser Zimmer befindet sich im ersten Stock!

Wir haben dann gleich mal was gegessen - Knoblauchsuppe (die war ziemlich bäääh!) und Harald Nudeln und ich Kartoffeln. Musste mich ziemlich zum Essen zwingen, da meine Kopfschmerzen heftig waren. Vor dem Essen nahmen wir beide ein Aspirin, bei Harald wirkte es etwas schneller als bei mir. Mittlerweile geht es aber auch mir wieder besser - hoffentlich bleibt das auch so!

Den Nachmittag verbrachten wir chillend bei einer Runde Rummy im Zimmer. Draussen zogen Nebel auf und es wehte eine steife Brise! Abends gabs diesmal italienisch - Spaghetti für Harald und Maccaroni für mich. 

Dann gings auch schon bald ins Bett - gute Nacht!

Manu


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