Um etwas nach 6 Uhr begann dann aber Leben in die Lodge zu kommen. Einige brachen zum Pass auf, manche planten den Zustieg zum Base Camp, andere stiegen ab ins Tal. So waren wir dann auch munter und gingen etwas früher zum Frühstück. Während des Frühstücks zog es voll zu und der Wind zog an. Der Wetterbericht meldete eigentlich 11h Sonne für heute. Kurze Zeit später schneite es dann in Chukhung auf 4.750m. Die armen Leute, die zum Pass aufgebrochen sind .... brrr 🥶.
Unser Ausflug verschob sich also. Wir machten es uns im Zimmer gemütlich und spielten ein paar Partien Rummy, bis es aufhörte zu schneien und aufklarte. Gegen 9:30 Uhr kam uns Pasang dann holen und wir brachen kurze Zeit später bei blauem Himmel und Sonnenschein auf.
Die Wanderung an sich ist wenig spektakulär. Man geht ungefähr 7km ins Tal nach hinten und macht dabei in etwa 430hm, also nicht viel. Aber man bewegt sich an der Ama Dablam vorbei und geht später lange Zeit auf die mächtige Nordwestwand des Baruntse zu, der hoch über dem Imja Tsho thront, dem riesigen Gletschersee unterhalb des Island Peaks (der auf nepalesisch Imja Tse heißt). Der See wurde bereits durch Mithilfe der Japaner künstlich abgelassen, da er sich quasi selbst durch die Moräne und den Gletscher aufstaut. Sollte diese "Mauer" mal brechen, sind die Dörfer weiter unten im Tal, wie zB Dingboche, einfach weg.
Nach 2h15min erreichten wir das Island Peak Base Camp, welches wenig beeindruckend ist, stehen dort vielleicht 30-40 Zelte rum. Reger Betrieb herrschte auch nicht. So machten wir dort eine Pause und genossen die Aussicht auf den Gletschersee sowie den Amphu Laptsa Pass, über den man in den Makalu und Barun Nationalpark gelangt.
Der Abstieg war dann etwas langweilig, geht man doch genau den Weg wieder nach vorne. Oben zog es etwas zu, sodass man zB vom Lhotse nicht mehr viel sah.
Angekommen bei der Lodge wollte der Hunger gestillt werden, bevor es zum Chillen ins Zimmer ging. Die Ruhe tut auch gut. Jetzt steht morgen noch eine Wanderung in Richtung Chukhung Ri an, um den gesamten Talkessel etwas zu überblicken. Danach verdrücken wir uns in tiefere Gefielde, wo es wärmer und die Luft feuchter wird, was unsere Lungen uns danken werden. Zudem heizen die dann dort bald mal wieder mit Holz und nicht mit Yak-Mist. In der jetzigen Lodge werden wir täglich Opfer eines Rauchgasanschlages. Wir husten eigentlich nur wegen des beißenden Gestanks bzw. des Qualms des Yak-Mists.
Harald
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