Mittwoch, 9. Oktober 2024

09.10.2024 - Akklimatisierung / Khunde Peak 4.251m

Für mich war die Nacht ganz okay - nur wurde mir ziemlich warm im Schlafsack und ich musste ihn öffnen. Harald hat hingegen kaum geschlafen - anscheinend ist er noch nicht in dieser Zeitzone angekommen 🤷‍♀️. Das Frühstück haben wir um 07:30 Uhr angesetzt - für Harald gabs wieder Porridge, für mich Pancakes mit Honig. Um 8 Uhr waren wir ready zum Abmarsch, nur Pasang war noch nicht so weit. So warteten wir vor dem Guesthaus und schauten den vielen Touristen zu, die in Richtung Everest Base Camp pilgerten. Das Wetter in der Früh war sehr schön, doch bereits um 8 Uhr zogen die ersten Wolken auf und verschleierten die hohen Berge. Wir hofften dennoch auf etwas Wetterglück für die heutige Akklimatisierungstour hier in Namche Bazar.

Zuerst gings wieder mit zig anderen Trekkern los, aber alsbald gabelte sich der Weg und wir zweigten ab vom Mainstream-Weg. Steil schlängelte sich der Weg nach oben, ohne Rucksack und mit den Trailrunnern eine Wohltat für mich. So gings auch zügig aufwärts und ich erfreute mich an der nepalesischen Blumenpracht. Wie bei uns wachsen hier Enzian und Edelweiss!

Nach gut einer Stunde erreichten wir den Aussichtspunkt beim Hotel Everest View. Erste Blicke auf Mount Everest, Lothse und Ama Dablam eröffneten sich uns - wow! Wirklich sehr eindrücklich! Auch der Hängegletscher unter dem Kantega (6783m) ist enorm faszinierend! Wir machten eine längere Fotopause und trafen dort auch wieder auf das Geschwisterpaar. Mittlerweile waren schon einige Wolken aufgezogen und wir machten uns auf den Weiterweg, der uns nach Khumjung und anschliessend nach Khunde führte. Dort gabs bereits um 11 Uhr frühes Mittagessen - Momos für mich und Gemüsereis für Harald. Irgendwie könnte ich 24 Stunden am Tag essen - Hunger ist ein fast ständiger Begleiter 🙈.

Während wir auf unser Essen warteten, gesellten sich zwei Männer mit ihrem Guide zu uns, welche wir ebenfalls am Aussichtspunkt getroffen hatten. Der jüngere der beiden war Rumäne, der ältere wohnt in den USA. Dieser war echt ein mühsamer Typ - so richtig besserwisserisch und zu allem hatte er noch seinen Senf dazugegeben. Wir wurden dann von einem etwa 3-jährigen Sherpa-Mädchen besucht, das jegliche Gegenstände begutachtete und alles am liebsten von der Terrasse runtergeworfen hätte 🙈 Zum Glück musste nur die Speisekarte und der Zimmerschlüssel vom nervigen Typen daran glauben!

Nach über einer Stunde Pause packten wir zusammen - wollten wir doch noch auf den 4251m hohen Khunde Peak rauf. Auf der Karte, die Harald offline genommen hatte, sahen wir einen Rundweg - Start beim Spital in Khunde. Pasang war nicht überzeugt von unserer Routenwahl und fragte noch einige Einheimische, die uns ebenfalls den Touri-Weg schicken wollten. Aber wir überstimmten Pasang 2:1 und folgten dem Weg entlang des Spitals. Es war ein schmaler Wanderweg, ganz nach meinem Geschmack! Und sehr einsam, was mir nach dem Trubel vom Vortag sehr gelegen kam! 

Wir verpassten jedoch eine Abzweigung, weswegen wir später dann "offroad" unterwegs waren - ging aber ziemlich gut! Die letzten paar Meter zum Khunde Peak waren am Ende anstrengend, da die Luft hier oben bereits etwas dünner ist! Und wir waren mitten im Nebel! So dauerte die Gipfelpause nur kurz, ehe wir uns dem Grat entlang an den Anstieg machten. Unterwegs sahen wir noch "Naar" (oder irgendwie so), das sind nepalesische Wildgeissen. Und einen nepalesischen Auerhahn-Verschnitt scheuchten wir später auch noch auf!

Über den Hillary Memorial View Point gings dann runter nach Syangboche und von dort zurück nach Namche Bazar. Nun waren wir auch froh, konnten wir uns eine letzte heisse Dusche gönnen und unsere Füsse hochlagern. Wir waren doch fast 6h unterwegs und haben 1100hm und 13km gemacht - Akklimatisierung vom Feinsten 💪.

Nun gehts noch auf eine Runde Rummy und dann freuen wir uns auf das Abendessen!

Manu

Ausblick vom Zimmer


Ganz links Mount Everest gerade noch zu sehen. Dann Lhotse. Rechts die Ama Dablam.

Improvisiertes Tele mit dem Fernglas. Was für ein Berg!





Am Khunde Peak holt uns dann der Nebel ein.


Weiße Enzian in Nepal!









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