Freitag, 18. Oktober 2024

18.10.2024 - Gorak Shep nach Lobuche - "Ruhetag"

Eigentlich dachten wir, wir wären schon gut akklimatisiert, um auf fast 5.200m schlafen zu können, waren wir doch davor schon so oft auf 5.300m und mehr unterwegs. Aber so kann man sich täuschen. Während Manu überhaupt lange nicht einschlafen konnte, war ich gleich weg, doch schon nach einer Stunde oder so wieder wach. Mein Hals schmerzte 🤕.

Die letzten Tage waren anstrengend und die viele Schnauferei in der kalten Luft sicher nicht zuträglich, dass der Hals fit bleibt. Doch eigentlich bin ich nicht so anfällig dafür, eher werde ich mir den Mist wohl irgendwo aufgegabelt haben. Kränkelnde Leute gibt es hier ja genug 😝. Zudem ging ich eigentlich immer mit Haube oder Stirnband sowie dem Buff oder Halstuch, damit eben der Hals warm bleibt und man etwas "gesiebte" und vorgewärmte Luft atmet.
Da wir so hoch schliefen und die Luft somit kalt und trocken war, konnte sich mein Hals noch weniger erholen. Auch die Tablette nutzte da wenig, und so viel Ricola kann ich gar nicht lutschen.

Als morgens dann endlich das Frühstück anstand, war es nicht besser geworden, zudem hatte ich kaum geschlafen. Laufend hatte ich das Gefühl, zu ersticken 😮‍💨. Auch Manu schlief nicht sonderlich gut. Pasang sagte dann dasselbe beim Frühstück. Auch er kam zu keinem erholsamen Schlaf. Manu und ich hatten wenigstens Appetit und frühstückten. Er hingegen sah etwas verloren aus über seiner Portion Porridge, und die heiße Schokolade ließ er auch stehen.

Wir packten zusammen und stiefelten so gegen 8:30 Uhr los in Richtung Lobuche. Gemütlich und ganz langsam, damit sich unsere Körper auch etwas erholen konnten. Wie schon beim Aufstieg tags davor waren viele Leute unterwegs, die selbst mit diesem einfachen Weg überfordert sind. Der Weg führt mal rauf, mal runter und querfeldein dem Moränenrücken des Khumbu-Gletschers entlang. Und manchmal gibt es dann auch Blockgelände, das überwunden werden will. Wer dann dabei schon strauchelt, ist hier irgendwie fehl am Platz.

Um die Autobahn zu meiden, die heute übrigens gar nicht so stark begangen war, gingen wir einen etwas anderen Weg und waren dafür dann alleine unterwegs. Pasang meinte dann, als ich ihn fragte, warum kaum Leute unterwegs seien, dass es schon seit Tagen kein Flugwetter von Manthali nach Lukla gegeben habe. In der Lodge in Gorak Shep habe man gesagt, das Wetter im Tal sei schon über Tage hinweg schlecht, sodass um die 2.000 (!!!!) Trekker in Manthali festsitzen würden. Und etwa 1.000 (!!!) in Lukla. Wir hatten also von dem her wirklich noch Glück im Unglück, mussten wir halt die 8h warten.

Nach knapp 1h45min kamen wir in Lobuche an und haben runter sogar länger gebraucht als rauf 🙈. Aber dafür war es wirklich gemütlich und mein Hals dankte mir das. An der selben Lodge wie schon vor zwei Tagen fragte Pasang um ein Zimmer an und wir mussten dann etwas warten, bis dieses bereit war. Da ich schon wieder hungrig war, gabs ein zweites Frühstück: Pancake mit Honig 😊 und dazu eine Tasse Tee.

Gegen 11 Uhr konnten wir dann ins Zimmer, packten unsere sieben Sachen aus und reinigten uns mal ordentlich. In Gorak Shep war das kaum möglich, die Lodge dort muss das Wasser in Kanistern herbeischaffen. Frisch geputzt ging es dann zum Mittagessen, mein Magen knurrte eh schon wieder 😆.

Danach besprachen wir mit Pasang den weiteren Verlauf des Treks. Unser nächster Pass, der Kongma La, führt uns weg vom Highway des EBC-Treks nach Chukhung. Dort hätten wir bis jetzt nur eine Wanderung geplant gehabt. Da er aber auch schon begriffen hat, dass wir nicht so auf Menschenmassen stehen, schlug er vor, dort zwei Tage zu bleiben. Einen für eine leichte Wanderung zum Island Peak BC (quasi eine Erholungstour nach dem Pass), und einen für die Besteigung des Chukhung Ri oder Chukhung Tse, je nachdem. Danach würden wir früh genug auf die Autobahn nach Namche zurückkommen. Den weiteren Verlauf besprachen wir grob, einigten uns aber darauf, in Namche nochmals zu planen, also in fünf Tagen.

Es folgten ein paar Partien Rummy und ein chilliger Nachmittag in der Lodge. Nach bis jetzt 143km, 10.400hm und knapp 63 Stunden Gehzeit in großer Höhe ohne wirkliche Ruhephasen, eine willkommene Gelegenheit, um Energie für den letzten hohen Pass zu tanken. Danach ist alles nur noch eine Draufgabe bzw. es geht talabwärts, wenn man bei 4.500m davon sprechen kann 🙄.

So kann ich nur hoffen, dass auch mein Hals das Friedensangebot annimmt und sich erholt. Morgen muss ich dann wohl wieder etwas mehr schnaufen über den Pass drüber 🤪.

Harald



Da gehts morgen rauf!

Zurück in Lobuche.


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