Wir gingen um 7:15 Uhr zum Frühstück und gesellten uns, nachdem sie uns fragten, zu dem Schweizer Geschwisterpaar, das wir schon vom Flug nach Lukla kannten. Chapathi (oder so ähnlich, eine Art Fladenbrot) mit Honig gabs für Manu und für mich eine riesen Schüssel Porridge. Das stärkte für den Tag.
Um 8 Uhr starteten wir frohen Mutes und waren schon vor der ersten Hängebrücke richtig erschlagen. Menschenmassen waren da unterwegs, und um ehrlich zu sein, auch massige Menschen, die wohl sonst eher selten am Berg anzutreffen sind. Ich war geschockt. 12 Jahre nach der Annapurnaumrundung, wo ich das Land kennenlernen durfte und eben kaum Touristenströme unterwegs waren, hats mich fast aus den Socken gehauen. In den Dörfchen musste man einfach wirklich mit dem Strom gehen. Überholen bei Gegenverkehr (Träger mit Lasten oder beladenen Mulis) war kaum möglich.
Wir gaben dann etwas Gas und ließen ein paar der Gruppen hinter uns. So kamen wir flotter voran und konnten auch etwas mehr die Landschaft genießen. Vor der zweiten Hängebrücke über den Fluss Dudh Kosi, der direkt vom Everestgletscher kommt, machten wir eine Obstpause. Pasang wollte uns typische Birnen von hier zeigen. Sie schmeckten mit gut. Manu konnte weniger damit anfangen. Der Geschmack erinnert an eine Kaiser Alexander, mit etwas pelzigem Zungengefühl. Auch war sie etwas "hantig". Aber gut.
Nachdem sich der Stau vor der Brücke gelöst hatte, gingen wir weiter. An manchen Stellen war dann der Weg weggerissen und man musste steil aufwärts und abwärts über Pfade im Wald ausweichen. Und da sah man auch, dass nicht alle so geländegängig waren. 🤔
Wir kamen dann nach Monjo, unserem Mittagspausendorf. Dort gabs gebratene Gemüsenudeln mit Ei für Manu und Momos für mich. Sehr gut! Während des Essens füllte ich dann erstmals die Flaschen mit Wasser aus dem Brunnen auf, indem ich es durch den Platypus Wasserfilter drückte. Geniales System. Bis jetzt passts bei unseren Mägen noch, also dürfte es funktionieren.
Mit gefüllten Mägen ging es anfangs etwas träge los, bevor der Weg dann anfing zu steigen. Von knapp 3000m ging es dann steil bergauf bis Namche. Ein Weg, wie wir ihn mögen. Steil, wenig Strecke, zügiges Gehen möglich. Manu ging eigentlich gemütlich voraus, doch bald schon fing Pasang an zu schnaufen und hinter uns waren nur noch ein paar Träger. Von anderen Touris nichts mehr zu sehen. Am Aussichtspunkt, der leider nicht so viel Aussicht bot, gabs eine Trinkpause, bevor wir die letzten 150hm oder so ins Dorf in Angriff nahmen.
Pasang gab dann am Checkpoint nach 15 Minuten auf, uns einzuchecken, und sagte, er gehe später nochmals hin, es würde ihm zu lange dauern. Er sollte das noch bereuen 😒
Wir suchten uns ein nettes Plätzchen und bezogen unsere Lodge. Danach gings für Pasang nochmals zum Checkpoint, für uns auf einen Spaziergang zum Tenzing Norgay Sherpa Denkmal. Nochmals 150hm auf und ab hier im Dorf. Das hilft beim Akklimatisieren.
Zurück bei der Lodge machten wir uns mal etwas frisch und gingen dann um 17 Uhr zum Speiseraum, wo wir mit Pasang verabredet waren. Abendessen auswählen und den morgigen Tag planen. Jetzt, also zum Zeitpunkt des Tippens - 20 Uhr wohlbemerkt, war er noch immer nicht zurück. Im 18:15 schrieb er mir, er denkt, es würde noch 1 Stunde dauern. Naja. Eine Nepali Stunde 🤣
Wir spielten dann ein paar Runden Rummy - ja, das kam mit, Manu bestand darauf - und tranken fleißig Tee. Danach gabs das Abendessen ... Dal Bhat, welche Überraschung. Nun warten wir noch auf Pasang, der hoffentlich bald mal kommt. Und danach gehts ab ins Bett.
Harald



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