Das Frühstück war dann hervorragend. Bis jetzt aß ich immer ein Oat Porridge, und das heute war mit Abstand am besten. Mit Honig und Zimt. Eine Wohltat. Manu war mit ihren Pancakes auch zufrieden. Nachdem sie dann, wie ich in Lobuche, mit Salzwasser ihren Hals behandelt hatte, gingen wir los.
Am Programm stand im Prinzip als Abschluss im White Himalaya die Tageswanderung zum Ama Dablam Base Camp auf ca. 4.550m. Der Anfang verlief über weite Wiesenhänge nach oben, bis wir auf etwa 4.200m eine kleine Anhöhe erreichten, die uns grandiose Ausblicke auf die südlichen 6.000er bot, sowie eine Sicht nach Norden zum Pumori, dem Nuptse, Lhotse und später sogar nochmals Everest. Wahnsinn! 🤗
Wir schlenderten, und ich meine wirklich schlendern, weiter zum Base Camp, denn alle paar Meter blieben wir für Fotos stehen. Die Ama Dablam kam immer näher und ihre Südwestseite zeigte sich mehr und mehr. Nach etwa 2 Stunden Gehzeit kamen wir im Camp an. Hier herrschte reges Treiben, bauten viele Expeditionen gerade erst ihre Zelte auf. Pasang traf zufällig jemanden aus seinem Dorf und so bekamen wir noch einen Tee im Base Camp serviert.
Es ging dann weiter einmal quer durch das Camp und dann auf der anderen Seite in Richtung Moränenhügel hoch - wir wollten noch etwas höher bzw. mehr auf den Grat des Normalweges sehen. Manu war dann ob der Routenwahl nicht so glücklich, hatte sie doch am Morgen eine andere Schuhwahl getroffen 🤣. Ihre leichten Trailrunner wurden etwas feucht, hatte es doch ein paar Zentimeter Schnee gegeben auf dieser Höhe. Wir kämpften uns dann auf den Rücken hoch, wo der normale Weg ansteigt. Dort war der Weg schon niedergetreten und fast kein Schnee mehr drinnen.
Die Ausblicke zur Ama Dablam wurden immer besser, und wenn wir uns nicht ein fixes Ziel gesetzt hätten, ich glaube, ich wäre weiter ins High Camp gegangen. Mühen hatten wir jedenfalls keine. Bis auf ca 5.000m kamen wir ohne großes Schnaufen. Die Akklimatisierung ist jetzt eigentlich perfekt. Ein 6.000er würde drinnen liegen 😋.
Den Fixpunkt am Ende des Moränenkammes erreicht, machten wir lange Pause und bestaunten einfach nur die "Mutter und ihre Halskette" (ama = Mutter, dablam = die typische Halskette, die von Sherpa Frauen getragen wird, die üblicherweise Bilder von den Göttern in einer Brosche enthält). Die Grate links und rechts werden als die Schultern angesehen, die Hängegletscher bilden die Halskette. Wir konnten auch ein paar Seilschaften beobachten, die gerade in der Gipfelwand waren, Feldstecher sei Dank.
Als die Gipfelregion dann anfing einzunebeln, machten wir uns an den Abstieg. Vorbei am Base Camp ging es zu den neu errichteten Lodges. Wahnsinn. Hier oben so ein Luxus. Neu gebaute Häuser, modern eingerichtet, eine Speisekarte, wo sogar die Lodges in Namche kaum mithalten können. Eigentlich bräuchte man das Base Camp nicht mehr. Zum Camp 1 sinds von den Lodges vielleicht 30min mehr Gehzeit. Wir aßen dort zu Mittag und machten uns dann an den Abstieg.
Beim Losgehen sahen wir dann noch ein Training am Felsen. Beim Abstieg zur Lodge hatten Manu und ich die zwei Stände und den einen Bohrhaken am Felsen schon gesehen und die "Route" noch als hart bezeichnet. Jetzt kannten wir den Zweck. Der Climbing Guide hängte von oben das Fixseil ein und zeigte den Gästen, wie man mit der Steigklemme am Fixseil aufsteigt, wie man am Stand umbaut, wie man traversiert und wie man abseilt. Die Leute dort hatten keine Ahnung davon 😪. Wenn solche Leute den 6.814m hohen Berg schaffen, dann könnten wir es wohl auch versuchen? Zeit hätten wir. Nur fehlt unsere Ausrüstung und das Permit.
Der Abstieg war dann eine kurze Sache. Pasang hatte einen Zug ins Tal drauf, wahnsinn. So kamen wir gefühlt in einer Stunde zurück nach Pangpoche. Dort entstaubte ich dann mal unsere Hosen und Schuhe und legte das Zeugs mal an die frische Luft, damit der Duft von 16 Tagen Wanderungen etwas entweichen konnte 😋. Lange gings aber nicht, bis Wolken aufzogen und es anfing zu tröpfeln, später sogar richtig zu regnen. Ja, wir sind jetzt schon wieder tiefer und die feuchte Luft drückt vom Süden durch die Täler herein. Hinten weiter im Tal ist es den ganzen Tag schön.
Uns war das aber recht egal, hatten wir doch einen wundervollen Tag erlebt und waren glücklich und zufrieden schon in der Lodge angekommen.
Abends ging es dann in den Speiseraum, wo der Wirt schon den Ofen angemacht hatte und es wohlig warm wurde. So ließen wir den Abend bei ein paar Partien Rummy ausklingen und genossen später das Abendessen und nochmals hausgemachte Zimtschnecken.
Harald
| Pangpoche. Im Hintergrund der Kongde Ri. |
| Noch einmal zeigt sich der Pumori. |
| Sonnenbaden vor dem Nuptse und Lhotse. |
| Base Camp erreicht. |
| Schöner Berg. Hier schön zu sehen die Schultern und die Hängegletscher. |
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| 😍 |
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| Pasang zeigte uns in den letzten 16 Tage wundervolle Einblicke in den weißen Himalaya. Danke dafür! |
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| Auch Pasang ist happy 🙃 |
| Übungen für den Gipfeltag. Steigklemmen. Traversieren. Abseilen. |
| Die Lodges beim Base Camp. Alles neu gebaut. |
| Der Kangtega im Hintergrund. |





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