Dienstag, 15. Oktober 2024

15.10.2024 - Gokyo Ri (5360m) und Dragnag

Die Nacht war weder für Harald noch für mich wirklich erholsam. Obwohl wir zeitig in den Schlafsack gekrochen waren, wollte der Schlaf einfach nicht kommen. Endlich döste ich kurz weg, aber als ich dann wieder erwachte, hörte ich ein Schnarchen (nicht von Harald 🙈). Da halfen selbst Ohropax nichts! Also hörte ich ein wenig Musik, aber auch diese wiegte mich nicht ins Schlummerland. Irgendwann konnte ich dennoch ein paar wertvolle Stunden Schlaf bekommen. Harald hingegen hatte keine Mühe mit dem Geschnarche, dafür bekam er kaum Luft. Nachdem er sich dann im Bad kräftig geschnäuzt hatte, wurde ihm im Schlafsack nicht mehr warm. So waren wir beide um 05:50 Uhr, als der Wecker klingelte, nicht wirklich erholt.

Um 6 Uhr gabs Frühstück (same procedure as every day) und kurz nach halb 7 Uhr waren wir startklar, um den Gokyo Ri zu erklimmen.
Pasang meinte am Vortag: "It takes normally three hours, but for us two." Sind ja auch nur 600 Höhenmeter und Strecke praktisch keine!

Harald trug den Rucksack mit dem Wasser und den Jacken, Pasang und ich konnten somit gepäckfrei gehen. Es ging relativ zügig den Berg hinauf. Ich kam zu Beginn mächtig ins Schnaufen, mein Puls jagte nach oben und meine Oberschenkel brannten. Ich versuchte, das Tempo anzupassen und je weiter es hinaufging, desto leichter fiel mir das wandern.

Ausser uns waren noch viele weitere Gipfelaspiranten unterwegs, teilweise bereits im Abstieg, da sie sich den Sonnenaufgang angesehen hatten. Wir sahen noch ein paar Gubbel Gubbel 🦃, das wars aber schon mit den Wildtieren. Im Gegensatz zu gestern, wo wir noch ein Wieseli und ein Murmeli gesehen hatten.

Nach 1h 22min erreichten wir schliesslich den Gipfel - viel zu schnell, was Harald mir später vorgeworfen hat 🙈 Dabei hatte ich eh schon das Gefühl, im Schneckentempo unterwegs zu sein - aber ich darf das natürlich nicht mit einer Wanderung bei uns vergleichen, die meistens in 3000m tieferen Gefielden stattfindet!

Wir sind dann etwas abseits des Gipfels gegangen, wo wir ungestört die tolle Aussicht geniessen konnten. Heute war keine einzige Wolke zu sehen, wir hätten also auch gut 2h später losgekonnt (oder auch einfach langsamer laufen 🫣). Haralds Kreislauf spielte etwas verrückt und es ging ihm nicht so gut (darum auch der Vorwurf, ich sei zu schnell gewandert...). Gut eine Stunde und etliche Fotos später machten wir uns an den Abstieg, der etwa eine Stunde dauerte.

Noch immer war der Himmel wolkenlos! Auf den Bergen hingegen wehte ein zügiger Wind, was sich anhand der Schneefahnen erahnen liess. Auch bei uns griff der Wind immer stärker durch.

Zurück in der Lodge packten Harald und ich unsere Rucksäcke zusammen und räumten das Zimmer. Dann gabs gegen 10:45 Uhr ein verfrühtes Mittagessen. Für mich wieder die all arrabiata Macaroni und für Harald Curry-Reis mit Ei. Leider habe ich zu spät gemerkt, dass ich eine Bolognaise-Sauce hatte und dann wollte ich auch nicht mehr reklamieren. Auch Harald war mit seiner Wahl nicht ganz zufrieden, waren zwei gekochte Eier in seiner Currysauce. Er hatte sich das etwas anders vorgestellt.

Nach dem Essen schulterten wir unsere Rucksäcke und los gings in Richtung Dragnag. Zuerst mussten wir zur Moräne hoch und dann gings einmal quer über den Ngozumpa-Gletscher auf die andere Seite. Der Gletscher ist hier fast durchgehend von einer dicken Geröllschicht bedeckt. Und wo er frei liegt, haben sich Gletscherseen gebildet. Es war ein stetiges Auf und Ab. Mein Mittagessen lag mir schwer im Magen und mein Rucksack noch schwerer auf den Schultern.

Von Haralds "Es geht mir nicht so gut" von in der Früh war nichts mehr zu spüren. Zügigen Schrittes lief er voran, während ich mich hinterher quälte. Nach gut 1.5h hatten wir den Gletscher überwunden und konnten nun noch gemässigten Schrittes den Kilometer bis Dragnag wandern.

Dort bezogen wir das Zimmer der Lodge und wuschen erst einmal unsere Füsse, Gesichter, Buffs und Socken. Ich machte mich noch auf die Suche nach meiner zweiten Klopapierrolle, aber diese scheint irgendwo im Nirvana geblieben zu sein 🧻. Anschliessend gabs ein paar Runden Rummy im Zimmer und dazu die Cinnamon-Buns, welche wir noch in Gokyo in der Bäckerei geholt hatten. Mmmmh - und trotz Rosinen haben sie echt gut geschmeckt!

Ich chillte anschliessend ein wenig im Zimmer, während Harald im Gastraum mit Pasang ein Rummy spielte.

Manu




Manu am Gokyo Ri mit Blick zum Everest, dem Lhotse und rechts dem Makalu




Gokyo mit dem Cho Oyu im Hintergrund

Der Gletscher, den wir queren mussten.


Ciao Cho Oyu. Dich sehen wir nicht mehr.

Angekommen in Dragnag.


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