Donnerstag, 17. Oktober 2024

17.10.2024 - Gorakshep - EBC - Kala Patthar (5600m)

Frühstück war für heute gemütlich um 7 Uhr angesetzt, ausschlafen wäre der Plan gewesen. Jedoch wurde uns die Erholung von den anderen Lodge-Gästen nicht gegönnt - bereits um 05:30 Uhr war auf den Gängen Halligalli, als ob sie alleine auf der Welt wären! Immerhin schliefen wir bis dahin recht gut. Wir blieben noch ein wenig liegen, da aber eh die Blase drückte, standen wir gegen 6 Uhr auf und packten dann auch gleich unsere Rucksäcke zusammen. Die Nacht war ziemlich warm, was uns bei einem Blick nach draussen aber nicht verwunderte, war es doch bewölkt!

Wir sind dann kurz vor 7 Uhr in den Aufenthaltsraum, wo auch Pasang bereits wartete. Nach dem Frühstück, welches wie immer aus Porridge bzw. Chapati bestand, stiefelten wir bereits um 07:40 Uhr los. Unser Ziel war das 4.5km entfernte Gorakshep auf 5180m Höhe. Der Weg dorthin war komplett überlaufen. Gefühlt pilgerten Tausende dorthin und nur ein Bruchteil davon konnte sich in dem Gelände einigermassen sicher bewegen! Horror! Ich war schon wieder vom ständigen 'Im-Stau-stehen' genervt. Harald auch, er musste alle überholen und ich zog nach - was doch recht anstrengend war. Der Weg zog sich rauf und runter und nach gut 1h45min erreichten wir Gorakshep.

Pasang meinte am Vortag, es gebe nur vier Lodges, aber mittlerweile hat es sich vervielfacht. So musste er nach dem Weg zum Everest Inn fragen, wo wir auch gleich unser Zimmer bezogen und zwei Runden Rummy spielten, ehe wir ein verfrühtes Mittagessen einnahmen.

Gegen 11:45 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Everest Base Camp. Ich konnte meinen Rucksack in der Lodge lassen und Harald trug Wasser und Jacken. So kamen wir auch zügig voran - trotz vielem Überholen bzw. Ausweichen entgegenkommender Trekker. Die Bewölkung hatte sich mittlerweile auch ein wenig aufgelockert - Glück für uns! Pasang meinte beim Mittagessen noch, dass das Wetter wahrscheinlich bis Dienstag bewölkt bleibe und dass auch seit drei Tagen keine Flüge ab/bis Lukla mehr gestartet seien!

Nach 1h15min erreichten wir das Basecamp, bzw. einen Stein und ein Plakat, auf denen gross "Everest Basecamp 5360m" geschrieben stand. Unser GPS zeigte mal wieder 100 Höhenmeter weniger an!
Da momentan keine Saison ist, gabs auch keine Zelte zu bestaunen. Zudem wäre das Basecamp wahrscheinlich einen weiteren Kilometer nördlich auf der Moräne anzutreffen. Wir stiefelten noch circa 50 Meter weiter und waren sogleich fernab der Massen. Von dort bestaunten wir den Nuptse, dessen Westwand uns schon den ganzen Weg über mächtig beeindruckt hat. Ebenfalls hatten wir Einblick in den Khumbu-Eisfall. Wir genossen die Aussicht und machten viele Fotos, ehe der eisige Wind uns zur Rückkehr drängte. Davor teilten Harald und ich uns noch ein Corny. Wie angeworfen war mir dann richtig übel - mein Bauch krampfte und die Energie war weg. So gestaltete sich für mich der Rückweg nach Gorakshep etwas mühsam, musste ich doch immer wieder Pausen einlegen, um meine restlichen Reserven zu sammeln. Schliesslich setzten auch noch Kopfschmerzen ein! So war ich doch froh, erreichten wir kurz vor 15 Uhr unsere Lodge. Ich nahm ein Aspirin und mummelte mich in meinen Schlafsack. Doch die Pause dauerte nur kurz.

Bereits um 16 Uhr waren wir wieder marschbereit - wollten wir doch versuchen, den Sonnenuntergang am Everest auf dem 5600m hohen Kala Patthar zu sehen. Es hiess also, nochmals 450 Höhenmeter zurückzulegen. Dafür hatten wir 1.5h Zeit. Es war streng - sehr streng! Mein Magen machte mir Mühe und auch die Kopfschmerzen meldeten sich wieder. Ich kroch den Berg hinauf. Mein ganzer Körper schrie danach, umzudrehen und mich wieder ins Bett zu legen. Mein Kopf war da aber anderer Meinung - immerhin werde ich wohl nur einmal diese Möglichkeit haben!

Also weiter, Schritt für Schritt, Meter um Meter! War der Everest zu Beginn noch von Wolken umhüllt, lösten sich diese immer mehr und mehr. Der Sonnenuntergang rückte näher und näher, der Gipfel hingegen blieb weit entfernt. Also nochmals die Zähne zusammenbeissen und die letzten 100 Höhenmeter durch den Schnee hinaufstapfen! Und dann endlich, zehn Minuten vor Sonnenuntergang, erreichten wir den Gipfel! Was für ein Ambiente, welch ein Glücksgefühl! Vor lauter Überwältigung vergoss ich ein Freudentränchen 🥲!

Wir mussten uns dick einpacken (langes Merinoshirt, Windstopperweste, dicke Merinojacke, Daunenjacke und Windstopperjacke), da ein eisiger Wind wehte! Wir sahen zu, wie die Sonne erst den Nuptse, dann den Lhotse und schliesslich den Everest verliess. Ein gewaltiges Schauspiel!

Nun wurde es aber so richtig kalt und schnell machten wir uns auf den Rückweg. Meine Kopfschmerzen liessen nach und so konnten wir zügigen Schrittes die Höhenmeter nach unten bewältigen. Nach circa 2/3 des Weges montierte ich meine Stirnlampe, da es doch ziemlich finster wurde. Nach 45 Minuten waren wir zurück in der Lodge. Endlich konnte ich mich in den Schlafsack mummeln, auch wenn nur für 30 Minuten!

Um 19 Uhr gabs Essen - Dal Bhat und zusätzlich für Harald eine Suppe. Nach dem Essen verkrochen wir uns ins Zimmer und nach einem Kniffel war Schlafenszeit. Nun hoffe ich auf eine gute und ruhige Nacht, gibt es doch viele hier, die einen heftigen Husten haben! Und auch die Hunde draussen bellen wie verrückt! Also Ohropax rein und gute Nacht!

Manu


Autobahn nach Gorak Shep?

Der Pumo Ri in den Wolken.

Am Nachmittag machts auf. Hallo Nuptse.

Im Everest Base Camp.




Bergal schaun 😊

Am Abend machts auf. Der Pumo Ri zeigt sich.

Der Everest zeigt sich. Rechts der Nuptse. Dahinter kommt der Lhotse hervor.

Die Ama Dablam im Abendlicht 

Sprachlos stehen wir dort und staunen.


Der höchste Punkt der Erde hat das letzte Tageslicht.



Was für ein Erlebnis zu zweit. 🥰


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