MANU
Wer einmal die hohen Berge des Himalayas sehen möchte, für den eignet sich unser Trek gut. Auf jeden Fall ist der drei Pässe Trek zu empfehlen, da dieser nicht so überlaufen ist wie der Standardtrek zum Everest Base Camp. Wir haben den Trek im Uhrzeigersinn gemacht, was den Nachteil hat, dass unser Aufstieg immer westseitig war und wir somit erst auf der Passhöhe in die Sonne kamen. Dafür liefen wir immer auf die hohen Berge zu und der Everest als "Höhepunkt" kam gegen Ende. Zudem fanden wir es fürs Akklimatisieren passend. Gut war sicherlich, dass wir in Thameteng einen zusätzlichen Akklimatisationstag eingelegt haben, an dem wir auf 4900m aufgestiegen sind, um danach nochmals auf 3900m zu schlafen.
Pässe
Wenn man mich fragt, welcher Pass am strengsten war, war es sicherlich der Renjo La, also unser erster Pass. 1000 Höhenmeter galt es zu erklimmen - bis auf 5350m hinauf. Und das ohne davor auf der Höhe unterwegs gewesen zu sein! Gleichzeitig wars aber auch der schönste - vom Pass aus hatten wir die ersten Blicke auf den Everest und Co. Und unter uns schimmerte blau der Gokyo-Lake (#3). Der Cho La und der Khongma La waren von der Schwierigkeit etwa gleichzusetzen. Wenn man etwas berggängig ist, halten sich die Schwierigkeiten sehr in Grenzen. Die Pässe waren zwar schneebedeckt, aber die Trittspuren waren hervorragend. Beim Khongma La waren die ersten 50 Höhenmeter ostseitig hinunter sogar schneefrei. Das wäre sonst wohl der schwierigste Teil bei Eis und Schnee!
Von den drei Pässen hat mir der Cho La am wenigsten zugesagt, und das aus zwei Gründen: Erstens ist auf der Passhöhe die Aussicht eher eingeschränkt und nicht so weitsichtig wie auf den anderen beiden Pässen. Und zweitens, was für mich noch ausschlaggebender ist, es hatte sehr viele Leute sowohl im Auf- als auch im Abstieg. Viele gehen nach Gokyo und machen anschliessend den Cho La um zum Everest Base Camp zu gelangen (und umgekehrt). Die beiden anderen Pässe waren da viel einsamer.
Highlights
Ein Highlight des Treks war erstens einmal die Wanderung auf den Ngozumpa Tse auf 5553m. Wir starteten vom komplett überlaufenen Gokyo und verbrachten den Tag mutterseelenalleine. Geplant wäre das Cho Oyu Basecamp gewesen und spontan entschieden wir, unseren ersten 5000er hier im Himalaya zu machen. Der Gipfelaufstieg war streng, Blockkletterei auf einer Höhe von über 5000m gar nicht so ohne! Und die letzten Meter zum Gipfel setzten Schwindelfreiheit voraus, dafür war die Aussicht atemberaubend! Man steht am Ende direkt gegenüber des knapp 8200m hohen Cho Oyus.
Ein weiteres Highlight war der Sonnenuntergang auf dem Kala Patthar. Auf gut 5600m zu stehen und auf der gegenüberliegenden Seite zu sehen, wie der höchste Punkt der Welt in sanftes Abendrot getaucht wird - Gänsehautfeeling pur!
Ein kulinarisches Highlight gabs auch noch - frische Zimtschnecken (Eigeninterpretation) in der Lodge Beyul in Pangboche!
Gepäck
Wir haben unser Gepäck komplett selber getragen und ich würde bei einem weiteren Mal auf jeden Fall mein Gepäck wieder selber tragen, weil alles andere mein Stolz und meine Einstellung nicht zulassen würden. Ich hatte meinen Guide Tour 35+ Rucksack, dessen Volumen zu 1/3 von meinem Carinthia Cuin 600 Schlafsack ausgefüllt wurde. Ich hatte etwa 11 Kilogramm zu tragen, hätte aber noch circa einen Kilo einsparen können, wenn ich zum Beispiel auf meine Goretexjacke und -hose verzichtet hätte. Gebraucht haben wir sie nicht. Auch mein grosses Handtuch oder das Paar zusätzliche Socken hätte es nicht gebraucht. Alles in allem war ich aber zufrieden mit meinem Gepäck. Wie bereits erwähnt, würde ich auch bei einem weiteren Trip meinen Rucksack selber tragen, auch wenn es streng war und ich mehrmals an meine Grenzen gekommen bin. Grad gegen Ende hin habe ich gemerkt, dass meine Energiereserven nicht mehr vorhanden sind. Meine Hüft- und Rückenknochen hatten ein paar unangenehme Druckstellen. Da wir immer mal wieder Tagestouren unternommen hatten, konnte ich so meine lädierten Stellen schonen. Unterhosen, Socken und Shirts konnten wir ab und zu im Wasser ausspülen, in der Sonne trockneten sie schnell wieder ab. Ganz wichtig war auch der Buff, welchen wir häufig als Staubschutz vor Mund und Nase hatten. Ich bin stolz, das so durchgezogen zu haben, denn 98% der Touristen hatten nur einen Tagesrucksack und liessen ihr Gepäck von Trägern mitschleppen. Und obwohl ich meine ganze Ausrüstung selber getragen habe, wurde ich kein einziges Mal von einem anderen Touri überholt, egal, wie langsam ich unterwegs war. 🤔
Guide
Wir waren mit einem Guide (Pasang) unterwegs und dies hauptsächlich, da Harald ihn von einem früheren Trip kannte und mit ihm via Facebook die Jahre über in Kontakt blieb. Einerseits war es angenehm, sich um nichts kümmern zu müssen (Flug nach Lukla, Permits, Control Stations, Rücktransport nach Kathmandu,...), andererseits ist es auch gut ohne Guide machbar. Es gibt überall Lodges und Guesthouses und dass alles überfüllt ist, ist kaum möglich. Zum Glück war Pasang offen für all unsere Ideen und konditionell konnte er gut mit uns mithalten. Bei einem weiteren Trip würde ich es wohl auf eigene Faust versuchen.
Essen und Trinken
Zu Beginn des Trips war ich begeistert vom nepalesischen Essen - Momos, gebratene Nudeln bzw. gebratener Reis und natürlich das legendäre Dhal Bat! Aber mit der Zeit wurde es etwas fad. Jeden Mittag und Abend praktisch das gleiche - und wirklich ausgiebig war es nicht! Die Portionen konnten noch so riesig sein bzw. beim Dhal Bat gilt 'all you can eat', aber zwei bis drei Stunden nach dem Essen knurrte der Magen erneut. Auf Fleisch haben wir komplett verzichtet, ebenfalls auf Mineralwasser, da dieses in Plastikflaschen abgefüllt ist. Bei den Lodges bekommt man aber immer abgekochtes Wasser. Zusätzlich hatten wir einen Wasserfilter dabei, welcher aber nur ein paar wenige Male im Einsatz war.
In den Lodges tranken wir meistens Tee. Wenn auf der Karte "Tea" steht, heisst es automatisch, es basiert auf Schwarztee, was wir erst mal lernen mussten 😅. Nachmittags oder abends teilten wir meistens einen grossen Pot "Hot Lemon" oder "Ginger Honey Lemon", das waren ca. 2.5 Liter Flüssigkeit. Die Getränke waren immer extrem gesüsst und im "Ginger Honey Lemon" war häufig anstelle von Honig Zucker drin. Für ein nächstes Mal würden wir von zuhause einen Pack Früchteteebeutel mitnehmen, um auch mal etwas anderes (Ungesüsstes) zu trinken zu haben.
Medikamente
Von zuhause nahmen wir eine ganze Schachtel voller Medikamente mit: Ibuprofen, Breitbandantibiotikum, Immodium, Kohletabletten usw. Zum guten Glück blieben die Medikamente unangebrochen. Was wir zu Beginn je zweimal brauchten, war ein Aspirin gegen die Kopfschmerzen. Die Halsschmerztabletten wurden auch aufgebraucht und auch die eine oder andere Aspirin C Tablette. Vor allem gegen Ende des Treks hatten wir mit Husten und verstopfter Nase zu kämpfen. Apropos Husten - es gab kaum eine Lodge, in der wir waren, in der nicht fürchterlich gehustet und gerotzt wurde. Das war für mich jedes Mal eine Stresssituation, weiss ich doch, wie anfällig ich auf solche Dinge bin 😖.
Bei einem nächsten Trip würde ich noch was gegen Verstopfungen mitnehmen, da ich zu Beginn mehrere Tage Probleme mit der Verdauung hatte.
Gut war, dass wir einen Pack Ricola dabei hatten - hat den Hals beruhigt!
In Thameteng hatten wir mit einem Vorarlberger gesprochen, dessen Freundin zu Beginn in Namche krank wurde und so hohes Fieber bekam, dass sie mit dem Hubschrauber nach Kathmandu gebracht werden musste.
Als wir zurück in Namche waren, trafen wir das deutsche Pärchen vom Beginn wieder, mit denen wir am Flughafen von Manthali gesprochen hatten. Diese wollten ebenfalls den 3-Pässe-Trek machen. Unterhalb des Renjo La mussten sie allerdings abbrechen, da es ihm so schlecht ging. Zurück in Namche gings zum Arzt, wo ihm Antibiotikum verschrieben wurde. Nach mehreren Tagen in Namche gings dann immerhin noch nach Gokyo und wieder zurück.
Wenn ich solche Geschichten höre, bin ich einfach nur dankbar, dass wir unseren Trek wie geplant durchführen konnten!
Hygiene
Ich bin bereits davon ausgegangen, dass die Hygiene nicht top sein wird. In manchen Lodges hatten wir ein eigenes Klo, was besser war, als das Klo mit x anderen Touris zu teilen, was teilweise echt ekelhaft war. Wir hatten Pocketseife dabei, damit wir uns zumindest immer mal wieder die Hände waschen konnten. Je höher man kam, desto seltener hatte man fliessendes Wasser.
Die Klos waren meistens mit Kloschüssel, nur selten gabs das berühmte Loch im Boden, was durchaus hygienischer sein konnte als die Kloschüssel.
Die Bettwäsche kann verständlicherweise nicht gewaschen werden und wird zur 'Reinigung' an die frische Luft gelegt. Wir waren überrascht, überhaupt Decken und Kissen vorzufinden. Wir haben die Decken immer beiseitegelegt und ich habe über das Kissen meinen Plo gespannt. Im Schlafsack liess es sich super schlafen. Nur in einer Nacht war mir kalt. Aber wir waren ja auch relativ früh in der Saison unterwegs. Wer keinen dicken Schlafsack mitschleppen möchte, könnte wahrscheinlich darauf verzichten und einen Hüttenschlafsack mitnehmen. Nur in Surke waren keine Decken vorhanden!
Weiteres
Der Umgang mit der Natur hat mich wirklich schockiert. Selbst im Nationalpark konnte man auf den Hauptrouten keine zehn Meter gehen, ohne dass man auf Müll gestossen ist. Und es sind nicht die Touristen, die den Müll hinterlassen. Das meiste kommt von den Trägern. Die Menschen hier haben kein Verständnis dafür, wie schädlich Plastik oder auch Zigarettenkippen für die Natur sind. Es müsste mal eine grosse Aufklärungskampagne durchgeführt werden!
Die Porter (teilweise aber auch Touris) haben häufig eine Box bzw. zumindest ihr Smartphone dabei, mit dem sie sich und ihre Umgebung beschallen. Teils noch diskret, teils aber in einer Lautstärke, in der man sich fragt, ob das den wirklich nötig ist. Respekt vor anderen scheint ein Fremdwort zu sein!
Die Armut ist immer wieder sichtbar, nichtsdestotrotz läuft jeder mit einem Smartphone herum. Der Spagat ist einfach riesig - in der einem Hand ein Smartphone, in der anderen einen Stein, um einen Nagel einzuschlagen, weil entsprechendes Werkzeug nicht vorhanden ist.
Die Nepali haben ein ganz anderes Verständnis im Bereich Benehmen. Sie rotzen und spucken, was das Zeug hält. Selbst bei Tisch ziehen sie die Nase geräuschevoll hoch - grad dass sie da nicht auf den Boden spucken, sondern in die Serviette rein... Schmatzen zeigt, dass das Gericht schmeckt. Und wenn gehustet wird, dann nicht in die Armbeuge oder zumindest weggedreht, sondern häufig sogar mit Zunge draussen 🫣.
HARALD
Allgemein
Mit etwas Abstand zum Trek an sich, würde ich schon meinen, dass der 3-Pässe-Trek zu empfehlen ist. Man muss einfach wissen, auf was man sich einlässt. Körperlich sehr fordernd, wenn man keine Träger hat (selbst für uns, obwohl wir viel wandern und auch trekken), teilweise kalt, abgelegen und in großen Höhen. Dafür bekommt man unglaubliche Momente geschenkt, wenn auch noch das Wetter stimmt. Auf alle Fälle ist man aber auf den Pässen einsamer unterwegs, als am normalen EBC Trek, der einfach überlaufen ist. Darauf muss man sich einstellen. Gokyo, Lobuche, Gorakshep, Dingboche etc., überall dort steppt der Bär. Den Trek wie wir im Uhrzeigersinn zu machen bringt zwar kalte und schattige Aufstiege auf die Pässe mit sich, ist aber weniger begangen und "steigert das Erlebnis", da man dem höchsten Berg immer näher kommt, als davon wegzugehen. Anders rum hat man am Anfang das Highlight und geht die Aufstiege zwar in der Sonne, aber die schönen Berge immer im Rücken.
Wetter und Saison/Zeit
Das Wetter ist immer so eine Sache. Tendentiell werden die Tage im Spätherbst immer klarer und stabiler, aber es wird auch empfindlich kälter, selbst in den Tälern und Lodges - die Tage sind auch kürzer. Temperaturen von ca. -5°C an den Pässen waren es jetzt bei uns. Im November kann man etwa 10 Grad weniger rechnen, oder mehr. Das bringt mehr Gepäck mit sich und somit noch mehr Anstrengung und Gewicht. Vor allem der Schlafsack muss dann mehr Reserven bieten.
Von dem her würde ich meinen, passt Mitte bis Ende Oktober ganz gut. Man muss eventuell ein paar Reservetage einplanen, um dann vor allem bei dem hohen Bergen und Pässen Wetterglück zu haben.
Mit dem EBC muss man Glück haben, um es als Zeltstadt zu sehen. Im Mai ist immer Vollbetrieb dort, aber auch am Trek. Im Herbst gibt es nicht jedes Jahr Expeditionen. Bei uns war es ja leer. Aber das Ama Dablam BC war dafür gut gefüllt.
Pässe
Die Pässe an sich zu machen und nicht nur den EBC würde ich auf alle Fälle empfehlen. Alle drei sind unterschiedlich. Im Uhrzeigersinn sind sie auch anstrengender aus mehreren Gründen. Erstens geht man am Morgen beim Aufstieg westseitig und somit im Schatten, und es ist kälter. Zweitens sind meist mehr Höhenmeter aufwärts zu machen. Und drittens schläft man meist tiefer im Westen als im Osten. Vor allem beim Renjo La kommt das zum Tragen, muss man doch etwa 1150hm rauf machen, geht dann aber nur 700 oder so ab.
Am anstrengesten fand ich den Renjo La, da man dort am wenigsten akklimatisiert ist. Dafür ist das WOW Erlebnis dort unfassbar cool, weil man zum ersten Mal die 8000er sieht und Gokyo mit dem See vor sich hat.
Am schönsten hätte ich fast den Kongma La eingestuft, da man den Khumbugletscher quert, unter der Nuptsewand vorbeigeht, den Lhotse sieht und den Makalu, und dazu noch die Ama Dablam einfach so toll sieht, wie selten am Trek.
Der Cho La ist lange, man geht lange im Schatten und muss nochmals absteigen, bevor es endgültig nach oben geht. Bei Schnee und Eis gar nicht so ohne. Das Erlebnis am Pass ist etwas getrübt, sieht man doch anfangs fast nichts. Erst später, wenn man unter dem Cholatse vorbeigeht, öffnet sich das Tal mit Lobuche East und West, dem Cholatse und der Ama Dablam.
Highlights
Für mich sicherlich der Sonnenuntergang am Kala Patthar. Den Everest rot-glühend zu sehen in diesem Gesamtpanorama war atemberaubend schön.
Die Ama Dablam ebenfalls im Sonnenuntergang zu sehen und später am Vormittag vor der riesigen Südwestwand zu stehen war toll.
Unsere kleine Besteigung des Ngozumpatse bei Gokyo war toll, konnten wir doch auf 5.500m etwas klettern, und das vor dem Cho Oyu.
Gepäck
Etwa 10kg wogen unsere Rucksäcke am Anfang. Viel leichter wurden sie nicht, wenige Gramm vielleicht. 200g Ricola fehlten bei mir am Ende sicher 😛.
Wir hatten beide unsere Goretex Sachen dabei, aber nie ausgepackt. Die 3-Lagen Goretex Jacke und die Regenhose zusammen wiegen locker 1kg. Hier waren wir begünstigt. Wir hätten das Zeug weglassen und eventuell durch einen Regenponcho ersetzen können. Oben regnet es sowieso weniger. Wenn, dann braucht man eher einen Windschutz. Dafür war ich dann sehr froh um die leichte Windstopperjacke, da diese angenehm zu tragen ist, auch mit Kaputze.
Beide hatten wir eine zweite leichte Hose für die Lodges dabei. Das war sehr bequem, nach dem Wandern aus der sperrigen und meist staubigen Wanderhose zu kommen. Eventuell kann hier eine lange Unterhose mit einer ultraleichten kurzen Hose kombiniert werden, um Gewicht zu sparen.
Das Rummy ist schwer, aber es bietet einen guten Zeitvertreib. Das Kniffelset mit den sechs Würfeln und ein paar Blätter haben immer Platz.
Den Feldstecher würde ich eventuell weglassen. Es war schön, alles nahe sehen zu können, aber das Ding wiegt 650g.
Das Theraband war zwar nicht oft im Einsatz, bot aber die Möglichkeit, etwas zu dehnen und Übungen für den Oberkörper zu machen. Zudem hat es fast kein Gewicht.
Auf alle Fälle sind Stöcke zu empfehlen. Sie helfen beim Aufstieg, nehmen Gewicht von den Knien beim Abstieg und dienen auch noch zur Stabilisierung, wenns eisig oder schneeig wird.
Was wirklich gut war war der Thermobeutel für die SIGG Flasche. Dadurch blieb das heiße Wasser oder der Tee länger warm und man konnte den Beutel am Hüftgurt aufschnallen, womit man einfach trinken konnte.
Eine kleine Powerbank ist für die hohen Dörfer wie Lobuche oder Gorakshep zu empfehlen, da man sonst viel Geld fürs Aufladen zahlen muss (1000 Rupies = 7 EUR pro Gerät).
Ich hätte das Gewicht wohl auf ca. 8kg drücken können, notwendig wars nicht. Somit hatten wir etwas Luxus am Trek.
Guide
Die Frage aller Fragen, also fast.
Wir hätten den Trek gut ohne machen können, sind wir diesen Herausforderungen doch eigentlich gewachsen. Zudem kann man sich nicht verlaufen. Es gibt gute Wege und es sind andere Leute unterwegs. Karten findet man überall. Von dem her keine Notwendigkeit für einen Guide.
Aber ...
Pasang war sehr zuvorkommend und hilfsbereit am Trek. Er kümmerte sich immer um eine super Lodge und um das Essen. Zudem hat man jemanden an der Seite, der einem etwas mehr zu Land, Leuten, Kultur, den Bergen usw. erzählen kann.
Ich kannte ihn schon von vor 12 Jahren hier und wusste, dass man mit ihm gut auskommen kann. Zusätzlich unterstützt man eine Familie in Nepal. Der Verdienst ist sehr gutes Geld für den Guide.
Sollte es zudem sprachlich Probleme geben, ists einfacher. Man spricht zwar fast überall Englisch, aber eben auch nicht so gut.
Essen und Trinken
"Dhal Bat Power 24 Hour" ... so das Motto hier. Im Prinzip gibt es alles, was man will, am Trek. Burger, Pommes, Fleisch, Pizza usw.
Aber: Schuster, bleib bei deinen Leisten! Nepali können das nicht kochen. Wie soll man Pommes auf 4500m ohne Strom und genügend Fett knusprig frittieren?
In der Höhe braucht der Körper viel Energie, um Fleisch zu verdauen. Zudem muss alles Fleisch nach oben getragen werden, da im Sherpa-Land eigentlich kaum Tiere getötet werden. Auch sind die hygienischen Bedingungen nicht danach. Gemüse verdirbt hingegen schwer, wird immer gut durchgekocht und liegt nicht schwer im Magen.
Gebratener Reis mit Gemüse, gebratene Nudel mit Gemüse, wahlweise noch mit Ei, und natürlich Dhal Bat. Ab und zu vielleicht so eine Art Röstkartoffel mit Gemüse. Man kann abwechseln, auch wenn alles irgendwann gleich schmeckt, wegen der Gewürze.
Das Frühstück ist im Vergleich zum normalen Essen sehr teuer. Pancakes gibts überall. Ebenso Chapatti (Fladenbrot) mit Honig oder so. Für mich der Klassiker war das Porridge. Sättigt gut, hält an, wärmt am Morgen.
Zum Trinken haben wir in der Höhe immer Tee getrunken, kaum normales Wasser. Dieses hätten wir zwar filtern können (Platypus Filter), aber es ist einfach kalt und trinkt sich schwerer.
Mit der Zeit hat man aber die Schnauze voll von der Hot Lemon oder dem Ginger Honey Lemon, weil das alles sehr süß ist.
Heißes Wasser, welches abgekocht wurde, gibts immer. Ein paar normale Teebeutel wären also super gewesen.
PS: fast alle Tees sind auf Schwarzteebasis!
Medikamente
Wir hatten eine Reiseapotheke dabei, bestehend aus:
• Aspirin Express und Aspirin C: haben wir gebraucht. Vorsicht mit der Höhe - Blutverdünner
• Schmerzmittel: Dafalgan und Mefenezid, Voltaren. Nichts gebraucht.
• Etwas Starkes gegen Durchfall, etwas gegen Übelkeit und Erbrechen. Zum Glück nicht gebraucht.
• Kohletabletten. Nicht gebraucht.
• Breitband Antibiotikum: zum Glück nicht gebraucht.
• Ein paar Magnesium-Sticks.
• Halsschmerzmittel: unbedingt ein paar mehr. Die trockene und kalte Luft reizt den Hals und Rachen sehr. Zudem wird in den Lodges oft mit Yakmist geheizt. Das schlägt auch auf den Rachen. NeoAngin wären noch gut.
• Ricola waren top und goldwert. Da hätte es eine zweite Packung dein dürfen. Sonst noch Mentholtabletten für eine freie Nase usw.
• Eventuell etwas als Abführmittel, wenn der Reis mal nicht raus will. 😝
Hygiene
Das ist so eine Sache. Wer Sauberkeit liebt und sich ekelt, ist falsch am Platz. Vor allem die Toiletten sind halt meist dreckig bzw. ein Loch im Boden.
Zudem gibts hoch oben kaum mal ein Waschbecken, eher einen Eimer mit Wasser, zum Waschen.
Duschen geht sowieso kaum bzw. ist auch, selbst wenn möglich, nicht zu empfehlen. Zu groß ist für uns europäische Weicheier die Chance auf eine Erkältung danach.
Klopapier sollte selbst mitgetragen werden, außer man machts im Nepal Style. Wir hatten für die unmittelbare "Intimpflege" Feuchttücher dabei. Das reinigt und erfrischt zugleich.
Für das Händewaschen hatten wir Seifenblätter von PocketSoap dabei. Damit kann man super Hände und Gesicht waschen und sie sind biologisch abbaubar.
Was uns am Ende ausging waren die Taschentücher. Solche hätte es mehr gebraucht. Die staubige Luft forderte so seinen Tribut.
Weiteres
Am Trek wird man vor allem in den Lodges immer wieder auf hustende Menschen treffen. Viele davon haben einen Reizhusten würde ich meinen. Seltener ist ein verkühlter oder kranker Gast dabei.
Ein Buff ist nicht nur beim Gehen super, um den Hals oder Nacken zu wärmen bzw. den Staub abzuhalten, sondern kann auch in den Lodges gut als Mund- und Nasenschutz verwendet werden. Alternativ kann man vielleicht noch eine FFP2 Maske einpacken.
Mit den Manieren der Nepalis muss man umgehen können. Spucken, rotzen, husten, all das steht hier an der Tagesordnung.
Trotz allem konnten wir uns extrem glücklich schätzen, dass alles so geklappt hat. Wir sind mehr oder weniger gesund geblieben und hatten kaum Probleme. Wir trafen in Namche ein deutsches Paar wieder, die mit uns gemeinsam in Manthali gewartet auf den Flug gewartet haben. Sie mussten ihren Trek im Aufstieg zum Renjo La abbrechen, da er krank wurde und nicht mehr weiter konnte. Die Höhe und andere Faktoren zwangen sie zur Umkehr. Zurück in Namche bekam er dann Antibiotika verschrieben und kam anscheinend knapp an einer Lungenentzündung vorbei. 🤕